Volltext: Abbildung der inn- und ausländischen Bäume, Stauden und Sträuche. Erster Band. (1 / 1792)

Zween Kerne enthaͤlt jede Beere, deren Form walzenartig und die Farbe rothbraun ist. 
Auch diese Staude wird in neun Jahren acht bis zehn Schuh hoch waͤchst in jedem Boden, 
ohne daß man aͤngstlich um deren Fortkommen besorgt seyn darf. — —— Ie. 
Durch im Herbst abgelegte Nebenschoͤßlinge, oder durch jaͤhrige Zweige pflanzt sie sich fort, und 
gedeiht zur Vollkommenheit. — J —— 
aͤufiger erzeugte sie ihre Fruͤchten und besser, wenn die Stauden einzeln und nicht in Hecken 
angepflanzt wuͤrden, wo sie erstickt und ihrer Nahrung zum Theil beraubt auch schwache, unkraͤftige 
Fruͤchte tragen muß. Nach und nach, wenn im Herbst von solchen wohlgepflegten, einzeln gepflanzten, 
alle Nebensproͤßlinge und die groͤßten der Zweige die das Jahr hindurch dem Stamm entsproßen sind, 
abgenommen und gehoͤrig versetzt werden, wird der Stamm gut und stark, und vollkommen erscheinen 
seine Fruͤchte. J * 
In Gaͤrten und Staudenblantageu vermehrt deren Anpflanzung die Mannigfaltigkeit des An— 
blicks in die Ferne, denn in der Naͤhe und in Spaziergaͤngen sie zu erzeugen, wuͤrde ihres starken 
Geruchs wegen nicht rathsam und unangenehm seyn. I I 5 
Ihr gebuͤhrt unter den einheimischen Stauden ihrer Schoͤnheit und Nutzens wegen ein gtos⸗ 
ser Vorzug; abwechslend im Setzen die Sauerdornstauden unter weißbluͤhende Stauden vermischt, 
gewaͤhren den schoͤnsten Anblick; in Gruppen und Vorgebuͤschen angelegt, die durch einen dichten, 
dunkeln Hiutergrund erhoben werden, reizt sie daͤs Auge des Liebhabers, und vers choͤnert in den Au⸗ 
gen der Kunstverstaͤndigen die Natur. Selbst im Winter belebt sie mit ihren hochrothen Beeren die 
schlafende Natur, und ergoͤtzt in Gemeinschaft mit der entlaubten gelben Weide, dem weißbeerigten 
Hartriegel das Aug zu einer Zeit, wo alles todt und der Anblick der Natur traurig ist. 
Zusammenziehend ist die mittlere Rinde des Stamms und dessen bittere Wurzel, sie biethen 
dem praktischen Arzt, wenn er: mit gehoͤriger Vorsichtsich derselben bedient, bey Entzundungen und 
Rothlauf ihren Rutzen dar.n Mit erprobtem Nutzen wuͤrkt sie bey Entzuͤndung des Halses und des 
Mundes, wenn durch einen waͤßrigten Aufguß die Gurgel und: der Mund ausgespuͤhlt und gereinigt 
wird, und werden durch dens elben zugleich die Zaͤhne und das Zahnfleisch befestigt. 
Sehr gering sind. die Kraͤften des aus den Blumen und Beeren durch die Destillation bereite⸗ 
tes und gebranntes Wasser, und gering aͤußert sich dessen Wirkung, wenn der Zweck seines Gebrauchs 
Kuͤhle, Temperatur und Niederschlagung ist. iw — 
Der Sasft der reifen Beere entweder allein oder mit andern Substanzen vermischt und inner⸗ 
lich gebraucht, aͤußert durch seine angenehmen sauern Bestandtheile seine Kraft gegen Faulniß, und 
streitet selbst mit dem bekannten Zitronensaft um den Vorzug. ααα 
Die Beere gedoͤrrt/ mit andern dienlichen Spezien vermischt liefern im Sommer die ange— 
nehmsten, temperirendsten Getraͤnke, in hitzigen fauligten Fiebern Gallenkrankheiten, Nuhren und 
dergleichen mehrern. Mit Zucker eingemacht dienen sie als Heilsmittel und Laabsal fuͤr Kranke. 
Erpvprobt sind die guten Aeußerungen der Mittel aus diesen Fruͤchten bereitet, und in mancher— 
ley Krankheiten noͤthig; zu wuͤnschen waͤre daher billig, und es lohnte der Muͤhe, daß auf die Cultur 
dieses Gewaͤchses, welches im wilden Zustande nie die besten Fruͤchte tragen kann, mehr Fleiß gewen⸗ 
Zum Unterhalt der Voͤgel, die doch immer zur Wirthschaft beytragen, dienet dieses Gewaͤchse 
im Winter, und in Fasanerien, in Hecken und Umzaͤunungen der Gaͤrten, Weinberge, Hoͤpfenbee— 
ten, Feldern und Wiesen, ist ihr Nutzen augenscheinlich. Auch bis in die Kuͤche aͤußern sich die Wir⸗ 
kungen der Vortreflichkeit dieser Staude, wo die jungen zarten Blaͤtter unter andern Salatarten 
zur Speise zubereitet, und auch zu Sosen, Bruͤhen urd. gle zubereitet und verwendet werden. 
Mit der gutgereinigten Rinde der Wurzel faͤrbt man Wollen, wollene und leinene Zeuge gelb 
und wird diese Farbe, wenn die Zeuge darinn recht abgekocht, und eine Zeit lang in dem Absud ste⸗ 
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