vergebens belagert hatten, zogen nach Braunan und Ried,
um den Kanipf mit Herzog Rudolf zu wagen; aber dieser
wartete nicht, sondern zog sich nach Oesterreich zurück und
auch die bayerischen Herzoge wendeten sich um und so ge¬
dieh der ganze Streit zu keiner Entscheidung. Im Jahre
1364 (12. September) wurde zu Passau ein Waffenstill¬
stand abgeschlossen, der mehrmals erneuert worden war.
Der am 29. September 1369 zu Schärding abgeschlossene
Friede machte diesem Zwiste ein Ende; Tirol kam an
Oesterreich, Bayern erhielt einige Entschädigungen?)
Reue Drangsale für Niederbayern, wie für das Ju-
thal brachte der Laudshuter-Erbfolgekrieg im Jahre 1504,
in welchem sich die Truppen des Herzog Albrecht von
Oberbayern und des Psalzgraseu Nupprecht nicht so sehr
als Kämpfer in offener Schlacht, sondern als Wegelagerer
und Freibenter gegenüber waren. Ranb, Mord, Mißhand¬
lungen bezeichnete» die Streifzüge, insbesondere der pfälzi¬
schen Truppen. Diese überfielen auch den Bezirk Rieb
nnd boten dort di§ Bauern anf, um im Vereine mit ihnen
gegen die Albertinischen Milizen zu kämpfen. Bei 700
Banern hatten sich auf dem K u ch e l b e r g e, d. i. Hoch-
kuchel - Berg b e i P a t i g h e i m versammelt und ob¬
wohl viele derselben ohne Waffen und Geschoß waren,
wollten sie sich doch dem Herzog Albrecht, welchen Kaiser
Max I. auf dem Reichstage zu Augsburg als den recht¬
mäßigen Erbherren von Niederbayern erklärt hatte, wider¬
setzen. Die Befehlshaber der Albertinischen Truppen zu
Schärding schickte« Truppeuhaufeu ab, theils um den
Pfälzern allenthalben die Wege zn verlegen, theils um die
Bauern auf dem K u ch e l b e r g e anseinander zu sprengen.
Eine andere Abtheilung der Pfälzer hatte einen Streif-
zug nach Ried gemacht nnd von den dortige» Bürgern
400 Goldstücke als Brandschatzung erpreßt; als solches die
!) A. Bnchner's Geschichte von Bayern. VI. Bd. S. 71,81—85.