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treidemengen dürften in ihrer vollen Höhe vermahlen werden; ver
mutlich ergibt sogar die Summe von Kleie und Mehl einen kleinen
Überschuß über das in die Mühlen eingelieferte Getreide, da dieses
seiner trockenen Beschaffenheit wegen der Anfeuchtung bedarf. Jedoch
wollen wir von diesem Umstande absehen, zumal für den auf dem
Transport entstandenen Schwund ein Abzug gemacht werden muß.
(Siehe nebenstehende Tabelle auf S. 17.)
Durch Einschränkung der verfütterten Mengen und durch Herauf
setzung des Ausmahlungssatzes auf 85% wären somit 4 bis 5 Mil
lionen Tonnen zu gewinnen. Eine solche Ausmahlung ist jedoch von
den Westmächten erst zum Teil durchgeführt worden. Nur Italien,
das ohnehin schon im Frieden den Weizen bis zu 75 % ausmahlte, hat
den Satz auf 86 % heraufgesetzt. Frankreich hat seit August 1916
eine Ausmahlung von 80%, England seit Ende November eine solche
von 78%.
Durch diese erhöhte Ausnutzung ist der Bedarf den Vorrats
ziffern angenähert worden. Nimmt man nun die Verbrauchs
beschränkung hinzu, die die wahrscheinliche Folge, der Brotverteuerung
ist, so gelangt man zu dem Ergebnis, daß Vorrat und Bedarf im
großen englischen Vcrsorgungsgebiet sich ungefähr die Wage halte».
Jedenfalls scheinen Lorn Trade News und London Qrain Seed and
Oil Reporter diese Umstände schon berücksichtigt zu haben, als sie im
August einen Einfuhrbedarf von 14 Millionen Tonnen und später
sogar einen solchen von 13,3 Millionen Tonnen angenommen haben,
obwohl sie ihn früher mit 16 Millionen einzusetzen pflegten. Wenn
sie keine Verbrauchsbeschränkung voraussetzen würden, dann müßten
sie ihn noch auf 17 Millionen veranschlagen, nämlich entsprechend den
folgenden Zahlen:
36 Millionen Tonnen Bedarf
— 17 1 /» „ „ Ernte
— 4 „ „ Vorräte aus dem Vorjahr
+ 272 „ „ Vorräte für das nächste Jahr
17 Millionen Tonnen.
Für England wird der Einfllhrbedarf auf 5,8 Millionen Tonnen
(26^2 Millionen Quarters) geschätzt. Diese Zahl entspricht dem
durchschnittlichen Verbrauch der letzten Jahre von 7,5 Millionen
Tonnen abzüglich der diesjährigen Ernte von 1,7 Millionen Tonnen.
Trotz der bisher eingetretenen Verbrauchsbeschränkungen werden
betreffs des Brotgetreides die Versorgungsschwierigkeiten