24
Ruinen, Felsengruppen, malerische Hütten und Mühlen bilden eine Suite der
prächtigsten Scenerien. Besonders bemerke ich, als zum Hausruck-Kreise gehörig
(also am rechten Stromufer, denn das linke gehört zum Mühlviertel), das uralte
Waasen, Waldkirchen, mit seiner schönen Ruine, dann die merkwürdige Gegend
„in den Schlägen". Sie ist eine der interessantesten Gebirgspartien dieser Ge¬
gend. Hier an der Donau liegt auch der schöne Markt Asch ach, groß und gut
gebaut, mit 189 Häusern und fast 1300 Einwohnern. Er gewährt eine sehr
freundliche Ansicht, von dem herrschaftlichen Schlosse und dem prächtigen Garten
geschlossen. Die Kirche liegt so nahe am Stromufer, daß sie oft bis zur Kanzel
überschwemmt wird. Eine merkwürdige Skulptur daselbst von 1489, das schöne
Altarblatt Abel's: die Geburt Christi. Abel ist auch in Aschach geboren worden
(1768). Unfern von hier die pittoreske Ruine der alten Burg Stauf, und in der
Pfarre Hartkirchen die prächtige Ruine von Schaumburg. Diese imposante Burg,
noch in ihrem Verfalle so herrlich, war das Stammschloß der im Mittelalter so
berühmten, mächtigen Grafen von Schaumburg, welchebis 1574freie Reichsgrafen
waren, ihr Besitzthum von der Grenze von Baiern bis Linz ausgedehnt hatten,
und in blutigen Fehden selbst von der ganzen Macht der Landesfürsten itur schwer
besiegt werden konnten. Noch 1626 war die Burg erhalten; jetzt ist sie schon sehr
verfallen, doch immer noch eine der prächtigsten Ruinen Oesterreich's. — Pupping
ist ein uraltes Oertchen; hier starb der heilige Wolfgang, als er mit dem Bischof
von Passau die Donau herabfuhr. Noch steht man auf dieser Stromfahrt von
Engelhardszell bis Linz das schönePrämonstratenserstift Wilhering, amrechten
Ufer. Ulrich und Cholo von Wilhering stifteten es 1146. Die Kirche ist sehr schön,
die Altarblätter sind von Altomorne, die Vergoldungen von Uebelherr aus Mün¬
chen, die Chorstühle nebst der schönen Kanzel von zwei Brüdern des Ordens, die
Orgel mit 26 Registern von Rumel in Linz. Interessante Monumente der alten
Schaumburger. Im Kreuzgange merkwürdige Bilder aus der Klostergeschichte,
Monumente der Prälaten. Im Refektorium ein schönes Gemälde von Beutler. Im
oberen Konvente die Porträts der Aebte; Bibliothek. Noch ist auf der ferneren
Fahrt bis Linz das rechte Donauufer durch die Felsenpartien am Kirnberge inter¬
essant. — Auf dem Landwege von Passau her betritt man zuerst denMarkt Peyer-
bach mit 154 Häusern und 1074 Einwohnern. Er ist noch mit Ringmauern
umgeben, und hat eine stattliche Pfarrkirche, Altarblätter von dem Künstler Steiner,
schönes Schloß. Ferner berührt man den stattlichen Markt Weizenkirch en mit
92 Häusern und 560 Einwohnern. Schöne Kirche zu St. Peter und Paul,
Altarblätter vom Kremser Schmidt, Monstranze 16 Pfund schwer, interessante