Volltext: Und dennoch!

wendigleit von Reformen von jeher eingesehen und selbst dar¬ 
über gebrütet; nur seine Unentschlossenheit stand jedem wirt¬ 
lichen Fortschritt im Wege. 
5t ein: Ich hoffe meine Grundsätze durchzusetzen. Oer Rönig 
ließ mir durch Hardenberg schreiben, er überlasse mir die Wahl 
der Wittel. Ein freier kräftiger Bauernstand ist die festeste 
Stütze des Staates als Reni der Wehrkraft,- die Leibeigenschaft 
mutz aufhören und die unbeschränkte persönliche Freiheit fest¬ 
gestellt werden. Oie Oomänenbauern müssen freie Eigentümer 
werden, das Auskaufen der Bauerngüter durch die Ritterguts¬ 
besitzer mutz unter die Aufsicht des Staates gestellt werden. Oie 
alte ständische (Ordnung mutz vernichtet werden,- jede Art von 
Geschäftsbetrieb und Grundbesitz mutz fortan jedem preutzen 
zugänglich fein; der Zunftzwang wird aufgehoben. Eine 
Städteordnung mutz den Gemeinden das Wahlrecht ihrer 
Magistrate und eine angemessene innere Verfassung geben, 
um die Liebe zur Gemeinde und die Teilnahme an den Ge¬ 
meindeangelegenheiten zu erwecken.... durch äutzerste Spar¬ 
samkeit und gerechte Verteilung der Lasten müssen die Rontri- 
butionen aufgebracht werden, damit das Land von seinen Be¬ 
drückern befreit wird, (seufzend) Vas ist die schwerste Aufgabe. 
Für die Militärreformen wird mein Freund Scharnhorst sor¬ 
gen. Wiederbelebung der Gefühle für Vaterland, Selbständig¬ 
keit und Rationalehre, das ist mein Wahlspruch! 
Frau von Berg: Möge Sie Gott bei diesem Werke stärken. 
Ich denke nur mit Zittern an die Möglichkeit, datz Sie sich 
wieder von uns entfernen könnten. Lassen Sie sich nur nicht 
durch die ersten Unbequemlichkeiten abstotzen. Oer Rönig 
hängt sehr an ehrerbietiger, sanfter Form; sind Sie nicht zu 
schroff gegen ihn. Ich bitte Sie sich der Rönigin zu nähern; 
wenn Sie die Reinheit Ihres Wesens kennen, so werden Sie sie 
lieben. Sie mutz eine Stütze finden für jeden sittlichen Zweck, 
für Sicherung der Umgebung des Rönigs gegen Menschen, die 
seine und des Landes Wohlfahrt und Ehre in Gefahr bringen. 
Seien Sie diese Stütze. Ihr Beruf ist, sich des Ganzen zu be¬ 
mächtigen, so wird es Ihnen auch gelingen, unsere unglück- 
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