Habn's alle zwo« a meng z'gach oan Gkasl nach öem andern umi-
trunka. Spat halln sö sö aufn Hoamweg gmacht. Guat is ganga, aber
zletzt, wia's schon 's Häusl gsehn halln, rutscht da Hias aus und fallt
auf sei guats Weib. Dö daschröckt und laßt in ihrn Schrocka 's Kasfee-
gschirr fälln, dös llricht und dö eiserne Rein kimmt ihr aus und rollt
übern Hang in Wald abi. Holn kanns neamd und so bleibt's in
Wald liegn bis zum nächsten Tag, D' Mirz hat a meng gschimpft.
Dahoam halln sö sö schlafn glegt und halln gschlafn so guat, wia scho
lang nimma. — Nächsten Tag hat er d' Rein gholt und hat gsagt:
„Han ma nöt denkt, das mir so was aus dö Händ lesn kann. Hat's
do recht ghabt, dö Wahrsagerin. Am Errtag kaufst da in da Stadt a
Kaffeegschirr. Wann da Kirta a zletzt a wöng schief ganga is, schön
wars do und nächsts Jahr, so Gott will, gehn ma wieder."
Lin Unglücksfall zu Aussee
In alten vergilbten Blättern lese ich:
Wachet! Denn ihr wisset weder den
Tag', noch die Stund. Matth: 28. Cap:
Wie gewiß allen Menschen der Tod, hingegen ungewiß die Zeit und
Art des Todes seye? gibt uns nicht nur die göttliche Schrift; sondern auch
die tägliche Ersahrnuß. Allen Menschen ist aufgesetzt: einmahl .zu sterben"
sagt der Heil. Apöstl Paulus Hebr. 9. 27. und ihr wisset weder den Tag, noch
die Stund" spricht Christus die eingefleischte ewige Wahrheit selbsten bey
öem Evangelisten Matth: 26. c. Dahero er uns treulich, und väterlich er¬
mahnet, allzeit wachtbar zu seyn, ein gutes, wenigst von aller Tod-Sünü
befreytes Gewissen in seiner Lieb, und Forcht, als das Oel in der Ampel,
ohne unterlaß bey, und in uns zu tragen, damit, wenn unversehens der
Bräutigam kommet, Gott durch den Tod, wir mit den weisen Jungfrauen
ihm ins Hochzeit-Haus der ewigen Glorie begleiten können, nicht aber mit
denen Törrechten, welche erst ins Oel kaufen gingen, da sie schon anzünden
sollten, ewig davon ausgeschlossen werden. Bon dem sähen, und unvermu-
theten Tod ist kein Mensch sicher, sey er; wie reich, wie mächtig, wie jung,
wie stark, wie frisch und gsunö er auch immer wolle. Es kommt auch der
unvermulhete Tod nicht allzeit in der still, wie ein heimlicher schleichender
Dieb; sondern er kommt oft, wie ein öffentlicher gewaltiger Dauber, der
mit aller Macht grimmig darein fallet und alles unters überfich kehrt, dessen
unvermutheter Gewalt Niemand, Niemand, der davon ergrifen wirdet, ent¬
rinnen kann, dessen sich ein so traurig- als erstaunliches Exempel im ver¬
flossenen 1768ten Jahr, den 12. Februar in folgender, entsetzlicher Begeben¬
heit ereignet, welche ein zubeminneder Freund zum alten, und neuen Jahr
hiemit in Druck verehret. Fürs alte Jahr, damit man wisse, was^ wann^
wo? und wie es geschehen. Fürs neue aber, damit man sich dessen auch
fleißig erinnern, und solche Erinnerung auf beständige Forcht Gottes, und
Beybehaltung des guten Gewissens sich zu heiligen Nutzen machen möge.
Es verhaltet sich die ganze gründliche wahrhafte Begebenheit also:
Es befanden sich im gleich vermelüten verflossenen 17Mten Jahr Mo¬
nats Februar in dem kayerserlichen Cammer-Gut Aussee Leu der Lannsen
Grill, Holz-Meisters Werkstatt, die wittere Stuben genannt,Zwanzig "Ltü
liche, und flelß-eyfrrge Holz-Knecht, benanntlich, wie folget: Joseph Grill,
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