133
zuvor abgereist sei — wohin? — das
wußte ihm niemand von der Diener¬
schaft zu sagen.
Des Grafen Radanys letzte Hoff¬
nung war nun die, daß er durch Ver¬
mittlung ihres Vaters eine Entschlu߬
änderung Jlkas bewirken werde.
und was sie sagt, das ist und bleibt
wahr,' denn sie spricht nie eine Lüge.
Mein Grundsatz aber war es von jeher
und ist auch heute Noch, meinem ein¬
zigen Kinde in seiner Standeswahl
volle Freiheit zu gewähren. Das sage
ich Ihnen als ungarischer Magnat
Ein indischer Büßer (Fakir), der jahrzehntelang n»it Ketten belastet umhergeht.
Auch diese Hoffnung wurde zu
Wasser.
„Meine Tochter", sagte der alte
Graf, „hat schon solche Schrullen und
besitzt eine männliche Charakterfestig¬
keit. Was sie sich einmal im Ernste
vorgenommen hat, das führt sie auch
aus und wenn sich die größten Hinder¬
nisse in den Weg stellen würden) —
von altem Schrot und Korn."
Graf Radany sagte zornig, daß er
sich die Erfüllung des Eheverlöbnisses
mit allen gesetzlichen Mitteln erzwin¬
gen werde.
„Darüber", erwiderte Magyarossi
lächelnd, machen Sie sich weiter keine
Mühe, Herr Graf, ich erinnere mich
noch recht gut aus meinen Rechts-