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Da Wöka-Sepp.
Sociale Studie.
„Da Kramä, der d' Waar geint,
„Der bringts leichter an;"
I woaß's nöt, is do
In den Sprichwort viel dran!
Dabei is ä ränti
Und halt was äs d' Ehr;
Recht duckmausat kamt
So ä Wöbä däher!
Denn I für mein Thoal
Richt mi nöt nach n Schein;
I halt nix aufs Geinär
Und geh nöt leicht ein!
Wanns rögnt, derf är eh
Gar nöt eini ins Hans;
Da zahlt n dä Wirt
Glei in Vorkellär aus.
Js's Wösen sein Geld wert,
Was brauchts aft dös Rödn?
Das rödt für eahm selbä,
Hat s Lobn nöt vänöthn!
Dort kann är äst sitzen
Und trinkär ä Zeit,
Bis daß ön Herrn Wirt
Ämal s Aussägehn gfreut.
Is Oanä recht süaß,
Wird ä hintnachi räß
Und d' Sach, dö vägeint wird,
Hat gwieß wo ä Löß!
Und wann ä nix trinkt
Kann ä ganz draussen stehn
Und, pässt eahm dä Handel nöt,
Kann ä ja gehn!
Dös Herndel aufputzen,
Dös Aufschnein und drähn
In' Handel unü Wandel
Soll eh gar nöt sän!
Ä so gehts än Wöbä,
Der d' Leinwädt vätragt,
Und zahlt si nöt aus,
Wann ä wiadäwöll klagt!
Däwischts avär Oan,
Der recht falsch is in' Löbn,
So kann mä den Mittel
Ön Beifall schau göbn!
Dä Herr schickt n hoam
Und in Garngeld geht a;
Wann d' Wochä vägeht,
Steht ä do wiedä da.
Je feinä da Strick,
Desto feinä dä Griff,
Und je spitzigä d' Zung,
Desto schörfä dä Pfiff!
Dä Wöbä-Sepp z' Ermerstorf
Hats schau värrödt
Und kann si nöt helfen,
Er will odä nöt.
Oans richt si zun anern
Und muß ä so sein;
Drum fallt mä dös Gschichtel
Von' Wöbä-Sepp ein!
Muaß do wiedä kemä
Und nethen woaß wia
Und wä schau schiar nedä,
Er fallät äs d' Kniä.
Ön Seppen von Ermerstorf
Habts halt nöt kennt?
Der is alli Samstä
Is Boarn umigrennt.
Aft höbt ä si endli
Dä Leinwädtherrnwirt
Und, sötzt si dä Sepp,
Wird ä föst abigschirrt.
Hat d' Leinwädt vätragn
Und sein Wöbälahn gfaßt
Und, — hats so viel tragn —
Gern bän Hoanzelbier grast.
Bal hat ä zviel Garn braucht
Und bal wiedä zweng,
Bal kimt ä mit'n Schwoaf
Odär Eintrag in d' Eng.
Dä Leinwädtherr selbär
Is Wirt zglei und Böck
Und schickt seini Wöbä
Gern ausgsäckelt wög.
Dä Wirt stöllt n her,
Daß ä s Bluatschwitzen kriagt
Und daß eahm dä Schrockä
Schiar d' Därm aussäziagt.
Und hat äs zerst föst
Bei dä Leinwädt däzogn,
Werns zlöst nu bän Bächt
Und bän Hoanzel betrogn.
Aft gibt ä si drem,
Denn was nutzät sein Streidn?
Dä Wirt is dä Herr
Und drum muaß äs halt leidn!