Volltext: Aus den Urwäldern Paraguays zur Fahne [16]

Deutschland in Paraguay 
Ei» Land der Vergessenheit — Jesuitenkirche» in Trüm 
mer» — Eine deutsche Kolonie lm Urwald — Arbeit 
schändet nicht — Das Pferd an der Fahnenstange — 
Revolutionen — Zagdgeschichten — Frauen, die Zigarre» 
rauchen — Paraguayische Gastfreundschaft — Handel and 
Wandel — Eine Krisis 
kr schrieben das schöne Jahr 1912, als mir der 
^Boden in Europa unter den Füßen zu heiß 
wurde. Ich gedachte mich unabhängig zu machen 
und mein Glück in Südamerika zu versuchen. Aus- 
gefressen habe ich in der alten Heimat nichts. Mit 
dem Gesetz war ich nirgends in Konflikt geraten. Die 
ganze Welt stand mir offen. Früher ging der Kavalier 
in solchen Fällen nach Nordamerika, auch nach Mexiko. 
Jetzt geht er, da diese Länder bereits überfüllt sind, 
nach Südamerika, dem neueste» Lande der unbegrenz 
ten Möglichkeiten. Es steht noch auf geringer Kultur 
stufe und sieht seiner Entwicklung und seiner Einreihung 
unter die Kulturstaaten erster Ordnung noch entgegen. 
Sehr viel Geld hatte ich nicht in der Tasche. Mein 
Reisegeld laugte damals gerade noch für die zweite 
Kajüte bis zu meinem Reiseziel Paraguay. Später 
bin ich oft genug in der dritte» Klasse gefahren. Ms 
ich in Encarnacion das Land meiner Wahl betrat, 
war ich — wie man auf gut deutsch sagt — blank. 
Im übrigen dachte ich: wer die Hände rühren will, 
wird schon nicht verhungern — und den guten Willen 
zur Arbeit hatte ich ja. 
Paraguay ist wohl für manche nur ein geographi 
scher Begriff. Es ist ei» Land der Vergessenheit, ein 
xi
	        
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