Deutschland in Paraguay
Ei» Land der Vergessenheit — Jesuitenkirche» in Trüm
mer» — Eine deutsche Kolonie lm Urwald — Arbeit
schändet nicht — Das Pferd an der Fahnenstange —
Revolutionen — Zagdgeschichten — Frauen, die Zigarre»
rauchen — Paraguayische Gastfreundschaft — Handel and
Wandel — Eine Krisis
kr schrieben das schöne Jahr 1912, als mir der
^Boden in Europa unter den Füßen zu heiß
wurde. Ich gedachte mich unabhängig zu machen
und mein Glück in Südamerika zu versuchen. Aus-
gefressen habe ich in der alten Heimat nichts. Mit
dem Gesetz war ich nirgends in Konflikt geraten. Die
ganze Welt stand mir offen. Früher ging der Kavalier
in solchen Fällen nach Nordamerika, auch nach Mexiko.
Jetzt geht er, da diese Länder bereits überfüllt sind,
nach Südamerika, dem neueste» Lande der unbegrenz
ten Möglichkeiten. Es steht noch auf geringer Kultur
stufe und sieht seiner Entwicklung und seiner Einreihung
unter die Kulturstaaten erster Ordnung noch entgegen.
Sehr viel Geld hatte ich nicht in der Tasche. Mein
Reisegeld laugte damals gerade noch für die zweite
Kajüte bis zu meinem Reiseziel Paraguay. Später
bin ich oft genug in der dritte» Klasse gefahren. Ms
ich in Encarnacion das Land meiner Wahl betrat,
war ich — wie man auf gut deutsch sagt — blank.
Im übrigen dachte ich: wer die Hände rühren will,
wird schon nicht verhungern — und den guten Willen
zur Arbeit hatte ich ja.
Paraguay ist wohl für manche nur ein geographi
scher Begriff. Es ist ei» Land der Vergessenheit, ein
xi