342
aber kein Mensch kann dafür einstehen, daß er nicht hier
und da auf kürzere oder längere Zeit zurückkchrt, und die
Führer der Angelegenheiten zu solchen Verkehrtheiten hin-
zicht, die der Schwache zufagen, also dem Menschen na¬
her liegen. Vielleicht, daß man in einiger Zeit Bona-
partes Feldzüge und Schlachten wie Rohheiten und halbe
Dummheiten betrachtet und noch einmal mit Wohlgefallen
und Zutrauen auf den Galanteriedegen veralteter, zufam-
mengefchrumpfter Einrichtungen und Manieren sicht. Kann
die Theorie davor warnen, so hat sie denen, welche ihrer
Warnung Gehör geben, einen wesentlichen Dienst geleistet.
Mögte cs uns gelingen, denen, die in unferm theuern Va-
tcrlande berufen sind eine wirksame Meinung in diesen
Dingen zu haben, die Hand zu reichen, um ihnen als Füh¬
rer in diesem Felde zu dienen, und sie zu einer redlichen
Prüfung der Gegenstände aufzufordern.
Nicht bloß der Begriff des Krieges führt uns dahin,
eine große Entscheidung nur in einer großen Schlacht zu
suchen, sondern auch die Erfahrung. Von jeher haben nur
große Siege zu großen Erfolgen geführt, bei dem Angrei¬
fenden unbedingt, bei dem Vertheidiger mehr oder weniger.
Selbst Bonaparte würde das in seiner Art einzige Ulm
nicht erlebt haben, wenn er das Blutvergießen gescheut
hätte, vielmehr ist es nur als eine Nachmath der Sieges¬
fälle seiner frühem Feldzüge anzufchen. Es sind nicht bloß
die kühnen Feldherrn, die verwegenen, die trotzigen, die ihr
Werk mit dem großen Wagstück entscheidender Schlachten
zu vollbringen gesucht haben, eö sind die glücklichen insge-
sammt; und von diesen können wir uns bei einer so um-
faffenden Frage die Antwort gefallen lassen.
Wir mögen Nichts hören von Feldherrn, die ohne
Menschenbluk siegen. Wenn das blutige Schlachten ein