Volltext: Lüttich-Namur [1]

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Aber die Wirkung der schweren Artillerie gegen die Forts und 
die stark ausgebauten Zwischenstellungen war man am 22. 8. bei 
den Stäben der Angriffsdivisionen und im Korpshauptquartier 
des Generals v. Gallwitz verschiedener Ansicht. General v. Gall- 
witz hielt aber, unbeirrt durch die von vielen Seiten vorgebrachten 
Bedenken, an seiner Angriffsabsicht für den 23. 8. fest. In seinem 
hierfür am Abend vorher ausgegebenen Befehle wurde besonders 
zum Ausdruck gebracht, daß der Angriff sich am nächsten Morgen 
nicht gegen die Forts zu richten hatte. Unter Niederhaltung dieser 
durch schweres Feuer waren vielmehr die Zwischenstellungen nach 
genügender Vorbereitung durch mittlere Kaliber und Feldartillerie 
zu durchbrechen und dann die Stadt zu nehmen. Bis zum Abend 
des 22. 8. hatte die Infanterie überall die befohlene Linie erreicht; 
hinter ihr war die Feldartilleriej bis auf 2000 oder 3000 Meter 
an den Feind herangegangen. Sie hatte mit einbrechender Däm¬ 
merung noch das Feuer eröffnet. 
Der Durchbruch durch die Nord- und Nordostfront 
von Namur. 
©eit Tagesanbruch am 23. 8. richtete die gesamte Artillerie 
ihr ununterbrochenes Feuer auf die Forts de Cognelse 
und de Marchovelette, sowie gegen die Zwischenstellungen. 
In der Nacht war gegen 4 Uhr vormittags ein Vorstoß belgischer 
Infanterie aus Richtung des Dorfes Eogneloe gegen die westlichen 
Teile, der 38. Infanterie-Division mit mehreren Bataillonen er¬ 
folgt, war aber im Feuer der Garde-Füsiliere, des Infanterie- 
Regiments 71 und des Füsilier-Bataillons 5. Garde-Regiments 
restlos zusammengebrochen. Die Infanterie hatte sich überall näher 
an den Feind, teilweise bis auf 200 m herangearbeitet. Die in 
den ersten Morgenstunden beim General v. Gallwitz eintref¬ 
fenden Meldungen sprachen immer wieder von sehr stark ausge¬ 
bauten Zwischenstellungen zwischen den noch lebhaft feuernden 
Forts und von festungsartig ausgebauten Schlössern und Ort¬ 
schaften. Von allen Seiten wurde der Meinung Ausdruck gegeben, 
daß der Angriff völlig verfrüht sei. Aber unbeirrt hielten General 
v. Gallwitz und sein Chef des Generalstabes, Oberst v. Barten-
	        
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