Volltext: Lüttich-Namur [1]

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worden. Der zunächst steil bergauf führende IWeg war von Häusern 
und Hecken eingefaßt und so schmal, daß man kaum in Gruppenkolonne 
marschieren konnte. Cheratte war ohne Zwischenfall durchschritten; 
es war 2.30 morgens, also noch dunkel. Plötzlich stieß die Spitze 
hart nördlich Wandre auf ein Astverhau, an welches sich rechts und 
links Drahthindernisse anschlossen. Gleichzeitig fegte ununterbro¬ 
chenes Maschinengewehrseuer den Weg entlang, während aus 
Hecken und Häusern seitwärts der Straße lebhaftes Gewehrfeuer 
den Truppen entgegenschlug. Der Versuch, schnell rechts und 
links von der Straße herunterzukommen und sich zu entwickeln, 
war vergeblich; erst mußten Drahtzäune beseitigt, Hecken gelichtet 
werden. Vermischung der Verbände und Verluste waren in solcher 
Lage unvermeidlich. Der hintere Teil der Brigade bog nach rechts 
aus einen Nebenweg aus. Es.bildeten sich zwei räumlich getrennte 
Gefechtsgruppen, bei denen Teile beider Negimenter kämpften. 
Besonders erbittert war das Ringen an und östlich der großen 
Straße. Hier bot eine mit Obstbäumen bepflanzte Wiese Raum 
für etwa 100 Schützen. In dem Bestreben, dort zu helfen, woher 
der lauteste Kampflärm erscholl, strebte ein großer Teil der Bri¬ 
gade dorthin. Schließlich lag die Infanterie hier tiesgegliedert 
hintereinander. Nur langsam gelang es, Gelände zu gewinnen; 
immer wieder stürzten die vorspringenden Angreifer über Stachel- 
und Stolperdrähte, die zwischen den Bäumen gezogen waren. 
Ein heißer Kampf entspann sich um ein zweistöckiges Haus, wel¬ 
ches am jenseitigen Wiesenrande von Gittern und Mauern um¬ 
geben lag. Im Handgemenge wurde die kleine Festung erobert. 
Hauptmann v. Wellmann vom Infanterie-Regiment v. Lutzow 
starb hier den Heldentod bei dem Versuche, als einer der ersten 
einzudringen. Auch der Kommandeur des Regiments, Oberst v. 
Strantz, wurde hier verwundet. Zunächst sollte das Haus gehalten 
und zur Verteidigung eingerichtet werden; mit anbrechendem Mor¬ 
gen wollte man den Angriff fortsetzen. Vis dahin mußten die 
Besehlsverhältnisse in den stark durcheinander gekommenen Trup¬ 
pen geregelt werden. Die Weißen Armbinden, welche das Regi¬ 
ment 53 zur Unterscheidung vom Regiment 25 angelegt hatte, 
hatten ein Vermischen der Regimenter nicht verhindert. All¬ 
mählich wurde der Aufenthalt bei dem Hause den dort zusammen¬
	        
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