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Julius Fröbel.
Auf meiner Reise nach Wien blieb ich einige Tage in
Breslau und lernte die Hauptpersonen der dortigen demo—
tratischen Partei kennen, darunter den einen der beiden Grafen
Reichenbach, welcher der eigentliche Anstifter der deutsch—
katholischen Bewegung gewesen ist. An der österreichischen
Brenze fragte man nach meinem Passe. Ich war im Besitze
eines Schweizer Passes, hielt es aber seit meiner Beteiligung
an den deutschen Angelegenheiten für unschicklich, von demselben
vebrauch zu machen. Die Pässe, bemerkte ich, seien abgeschafft.
Das sei an dieser Stelle noch nicht angezeigt, entgegnete s ehr
bescheiden der Beamte. Ich zeigte ihm einen an den Fürsten
Lubomirski adressierten Brief Bakunins vor. Der Mann machte
ein respektvolles Kompliment und war zufrieden. Einen halben
Tag später war ich in Wien.
Die Stadt war mir unbekannt, und ich wußte in ihr
einen einzigen mir persönlich bekannten Menschen, einen Wiener
Literaten, den ich in Leipzig kennen gelernt. Sein Name ist
mir entfallen, und ich erinnere mich nicht, daß er in den weiteren
Vorgängen eine Rolle gespielt. Ich benutzte den ersten Tag,
mir das Leben von außen anzusehen. Jedermann trug das
Abzeichen einer besonderen Nationalität, Landsmannschaft oder
Partei in deren Farben, in Gestalt eines Bandes, einer Schleife
oder Kokarde. Die ganze männliche Bevölkerung der Kaiser—
stadt schien aus Studenten verschiedener Verbindungen oder
Mitgliedern verschiedener Vereine bei einem Sänger- oder
Schützenfeste zu bestehen. Die zahlreichen Kaffeehäuser waren
ausschließlich von den gesonderten Bestandteilen dieses
politischen Menschengemisches besucht; — hier füllten den
Raum ausschließlich Deutschösterreicher, da Ungarn, da
Italiener, dort Polen, dort Tschechen, dort Kroaten usw. In
einem dieser Lokale, in welches mich die deutsche Sprache lockte,
saß ich bis spät in die Nacht. Ich las Zeitungen, beobachtete die
Menschen und hörte auf ihre Reden und Unterhaltungen. —E
wurde fast nur Politik gesprochen. Gegen Mitternacht brach
ich auf, um mich in mein Gasthaus zu begeben, wohin ich den
Weg finden zu können glaubte. Ich irrte in den mir unbekannten
Straßen umher, welche menschenleer waren. Niemand begegnete
mir, den ich hätte bitten können, mir den Weg zu zZeigen, auch
zein Nachtwächter oder Polizeimann. Da hört' ich Schritte. Ein
Mensch kam mir entgegen. Ich redete ihn an, und — der Mensch