/,<I0
mancher Karte als die echte erscheint — nichts desto weniger
bin ich entschlossen, mich zum Champion der Dürrnitzer Trasse
auszuwerfen, den sie betreffenden Irrthum zu berichtigen, und
ihr so zu ihrer Ehre zu verhelfen. — Die Dürrnitzer Trasse
wird seit undenklichen Zeiten für die echte anerkannt; sie fließt
durch ein Thal, welches immer die Traisenbachrott geheißen,
und entspringt am Fuße des Traisenbergs- Dagegen entspringt
die Aegidyer Trasse auf dem Geschaide; eines der Aemter führt
in den Grundbüchern den Nahmen Unrechttraisenamt; endlich
wird sie seit undenklichen Zeiten, im Gegensatze der echten
Dürrnitzer, die falsche Trasse genannt. Mag sich indeß immer
hin Dürrnitz der echten Traise rühmen, so wird diese doch erst
nach dem Zusammenflüsse mit der falschen ein Fluß von einiger
Bedeutung, und würde ohne diese Verbindung der unbedeu
tende Traisenbach bleiben. Denn die Aegidyer Traise ist viel
wärmer und wasserreicher als die Dürrnitzer, und setzt, so zu
sagen, schon von der Quelle weg die erheblichsten Werker und
Fabriken in Umtrieb. Die Fischerischen Eisenhämmer, Draht-
zug, Blechwalzen, Feilhauerey, und die Fabrik aller Reitzeug-
Bestandtheile für die k. k. Cavallerie beschäftigen viele Hände,
und geben dem Thals Erwerb und Leben. — Freylich muß
man auch anderer Seits die Nachtheile der Ueberschwemmun-
gen in Anschlag bringen, welche dieses Wasser zeitweise an
richtet, und dadurch die Bewohner der Niederung in große
Noth versetzt. — Minder von diesem Uebel bedroht sind die
Kirche und das Pfarrgebäude, weil sie auf einer den Markt
beherrschenden Anhöhe liegen.
Was wir bey dem Markte in Ansehung des in das drey-
zehnte Jahrhundert hinaufreichenden Alters vermuthet, das
wird bey der Pfarre und Kirche fast zus! Gewißheit; denn da
gerathen wir schon gegen die Mitte des vierzehnten Jahrhun
derts auf sichere Spuren, mit welcher auch die Bauart eines
Theiles der Kirche in vollkommenerUebereinstimmung zu stehen
scheint. Es zeigt nähmlich das Gewölbe des Presbyteriums die
Kreuzgurten und den Spitzbogen des alten deutschen Baustyls.
Das Uebrige der dem heiligen Aegidius geweihten Kirche ist
aus einer weit spätern Zeit, und vielleicht mit der Hohenberger