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wurde Fahrafeld sammt der Capelle der Pfarre Hohenberg ein
verleibt ; doch bezog St. Veit noch immerfort die pfarrliche
Gerechtigkeit bis 1767, wo auch diese durch eine Hof-Resolution
der Pfarre Hohenberg zugesprochen worden. — Gegenwärtig
ist die Capelle, wie jene in Haagen, in eine Bauernwohnung
umgestaltet.
Von der an der Südseite des Marktes gelegenen Veste der
Hohenberger sind nur noch unkenntliche Rudera vorhanden;
und hätte nicht der bis fast in den Traisenfluß vorspringende
Wachthurm bisher der Zeit getrotzt, so würde sich der Wande
rer umsonst nach dem Stammsitze der einst so mächtigen, und
in der Gegend gefürchteten Hohenberger umsehen.
xvn. Pfarre Sanct Aegid.
Aegidy, oder Sanct Gilgen am Neuwald, hängt im Süden
mittelst des Göllers und des Gippelberges mit der steyerischen
Freyn- und Wildalpe zusammen, hat im Südost Schwarza»,
und im Osten Rohr, im Südwest Maria-Zell, im Westen Jo
sephsberg, und Hohenberg im Nord; und gehört mit dem Vogt-
und Patronarsrechte zur Herrschaft Hohenberg.
Der Markt, dessen Alter aller Wahrscheinlichkeit nach in
das dreyzehnte Jahrhundert hinaufreicht, zählt 2b Nummern,
wozu m Bauernhäuser gehören, die auf dem Hochgebirge so
zerstreut liegen, daß manches derselben fünf, und mehrere
Holzknechthütten bis auf acht Stunden von der Kirche entfernt
sind— bis zu Kaiser Josephs Zeiten gehörte auch die Freyn
zu Aegidy. — In diesem weiten Umfange wohnen >3oo See
len, die sich, einige evangelische Holzknecht-Familien ausge
nommen, alle zur jatholischen Religion bekennen.
Aegidy liegt an der unrechten oder falschen Traise, welche
unfern des Marktes auf dem Gescheide entspringt. Zwar ist
dieser Fluß wasserreicher als die Traise bey Dürrnitz, auch
suchen die Aegidyer, auf die Ehre eifersüchtig, die Echtheit
ihrer Traise gegen die Dürrnitzer zu verfechten, und haben
vielleicht nicht wenig dazu beygetragen, daß ihre Traise in