Volltext: Historische und topographische Darstellung von Lilienfeld und seiner Umgegend [6] (6 = [Abth. 1] ; [Bd. 6] : Diöcese von Sanct Pölten ; Bd. 1 ; / 1825)

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die gräfliche Familie Hoyos überging, die noch im Besitze ist, 
und das Vogt- und Patronatsrecht darüber ausübt. 
Es ist wahrscheinlich, daß sich um die Veste Hohenberg 
bald mehrere Vasallen und Holden gesammelt, eine Nieder 
lassung gebildet, und den Nahmen der Veste auf diese über 
tragen haben. So mag nach und nach der Markt Hohenberg 
entstanden seyn. — Hohenberg gränzt nördlich an Dürrnitz, 
südlich an Aegidy, östlich an Rohr, westlich an Annaberg. — 
Der Markt zählt 5o Nummern, wozu 33 zerstreute Bauern 
häuser gehören, und eine Gesammtbevölkerung von 772 See 
len in sich fassen. — Die hart vorbeyfließende so genannte 
falsche Traise begünstigte die Anlage mehrerer Wasserwerke, 
worunter zwey Eisenhämmer und eine treffliche Säbelklingen- 
Fabrik. 
Ursprünglich mag der Ort, nach dev Gewohnheit, und nach 
dem Bedürfnisse jener unsicher« Zeit, mit Mauern und Thoren 
versehen gewesen seyn ; es deuten darauf noch einige alte Be 
nennungen, und eine Marktrechnung von 1608, die von einer 
Ausbesserung des Marktthores spricht. — Die abseitige, von 
der Straße entfernte, und im Walde tief versteckte Lage Ho 
henbergs ist dem Orte in den bösen Zeiten des Mittelalters 
wohl zu Statten gekommen, und hat ihm vieles von dem Un 
gemache erspart, welches die nachbarlichen Ortschaften längs 
der Traise und der Gelse zu erfahren hatten. — Bis in daS 
fünfzehnte Jahrhundert sah es keine feindliche Waffe. Im 
Jahre »482 aber, wahrend der Unruhen unter Kaiser Friedrich 
dem Dritten, lagerten sich die Ungarn vor Hohenberg, und 
erstiegen die Veste. — Es entging glücklich der Raub - und 
der Mordsucht der Türken, die theils von der Befestigung Li 
lienfelds gehalten, theils von der Mauer, die in der Nähe des 
Freylands von zwey Bergen herab den engen Paß schloß, am 
weitern Vordringen gehindert wurden. — Daher der Nahme 
Freyland, welchen die Gegend jenseits der Mauer, die von 
dem Erbfeinde frey geblieben,' noch heut zu Tage führt. Und 
die Tradition erzählt, daß, als die Türken vor Lilienfeld gele 
gen, die Hohenberger aus Neugierde bis an jene Mauer heraus 
strömten , ob sie nicht zufällig eines jener Barbaren ansichtig
	        
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