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und im Besitze seiner wieder errungenen Alleinherrschaft, den
herrlichsten Triumph zu feyern. -- Carls des Fünften Politik
und seine Uebermacht, haben der Sache der Protestanten eimn
Todesstoß beygebracht; ihre Heere waren aufgerieben, ihre
Häupter gefangen, ihr Bund aufgelöst, ihre Macht vernichtet,
und, wie es schien, für immer. Hoffnung und Freude waren die
Gefühle, die jetzt den Busen eines jeden eifrigen Katholiken
erfüllten, und die lang genährte Furcht und Betrübniß dar
aus verdrängten. Und wie änderte sich Nicht mit einmahl wie
der alles! ? — Plötzlich erscheint an der Spitze der Protestan
ten, Moritz von Sachsen — es ist dieß eben der Moritz, der
ihnen die tiefsten Wunden geschlagen — wendet sich rasch ge
gen Innsbruck, läßt dem Kaiser nur noch so viel Zeit, seine
Person zu retten, und richtet, was kaum mehr möglich schien,
1553. durch die Schnelle seiner Operationen, die verlorne Sache der
Protestanten wieder auf. — In dem Passauer Vertrag sanc-
tionirt, erhob nun der Protestantismus auch in den östreichi
schen Staaten sein Haupt; und viele, besonders unter dem
Adel, zeigten sich als eifrige Anhänger der Reformation.
Einer der vornehmsten darunter, und der das Meiste zur
Verbreitung der neuen Lehre in Oestreich, und insbesondere in
der Umgegend Lilienfelds, beytrug, war der Christoph Jörger.
Durch den Ankauf der Herrschaft Chreusbach ist dieser Jörger
ein Nachbar des Klosters geworden, aber leider! ein böser
Nachbar, der keine Gelegenheit vorüberließ, seinen, gegen
die Klöster eingesogenen, Haß zu zeigen. Abt Georg erfuhr dieß
nicht selten. Er sah sich unter den nichtigsten Vorwänden von
ihm angegriffen, und bald in Gränzstreitigkeiten, bald in lä
stige Prozesse über gewisse Rechte und Freyheiten verwickelt.
Insbesondere legte es aber Jörger darauf an, die sich etwa
meldenden Kloster-Candidaten von der Annahme des Habirs
abzureden. Abt Georg führte bittere Klagen hierüber bey dem
Bischöfe von Neustadt, Franz Abstenius; dieser sucht ihn durch
zwey Trostgründe zu beruhigen: erstlich, daß er ihm das Zeug
niß geben müsse, daß unter ihm, und bey seinem Eifer, die
Kloster-Disciplin nichts gelitten; und daß er sich zweytens
auch über einen Mangel an Mönchen nicht beklagen dürfe, in-