Volltext: Der Völkerkrieg Band 3 (3 / 1915)

D i e Kämpfe zwischen Maas und Mosel 
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gegen unsere vordersten Gräben vorspringt. Der mit diesem Erfolg eingeleitete Nah 
kampf im westlichen Priesterwald dauerte die folgenden Tage und Nächte ohne Unter 
brechung an. Er schreitet langsam, aber für uns günstig fort. In den Vormittags 
stunden des 19. April gelang es hier unseren Truppen, zwei Blockhäuser und die an 
schließenden Grabenstücke in die Luft zu sprengen, wodurch unsere Stellung weiter vor 
geschoben werden konnte. Hierbei erlitten die Franzosen nicht unbeträchtliche Verluste, 
während uns der gewonnene Erfolg keinen einzigen Mann kostete. 
Am 15. April brachen zwei am Abend unternommene französische Angriffe im Ailly- 
wald in unserem Feuer zusammen. Ebenso wurden zwei Vorstöße des Gegners nördlich 
Flirey in der Nacht vom 16. zum 17. April abgewiesen. Wir konnten an diesem Tag 
an verschiedenen Stellen, so an der Combreshöhe, bei Flirey und gegenüber dem Walde 
Mortmare beobachten, daß die Franzosen Truppen in den vordersten Gräben bereit 
stellten. Zu Angriffen kam es nicht. Der Artillerie fiel auf diesen Seiten in den Tagen 
vom 14. bis 19. April die Hauptkampftätigkeit zu. 
Von den Kämpfen um die Combreshöhe und die C5te-Lorraine um Ostern 1915 
Wie der englische General Douglas Haig vor der Schlacht von Neuve-Chapelle (vgl. 
S. 44), so hat auch der französische General Dubail, der Führer der ersten französischen 
Armee auf dem Kampfgebiete zwischen Maas und Mosel es für nötig erachtet, den 
Angriffsmut seiner Truppen durch eine Schilderung der seiner Anficht nach so günstigen 
Aussichten der geplanten französischen Offensive zu stärken. Der am 5. April 1915 er 
lassene Armeebefehl hat folgenden Wortlaut: „Seit drei Monaten haben die deutschen 
Armeekorps zwischen Maas und Mosel ihrerseits durch so zahlreiche und energische An 
griffe zu leiden gehabt, daß ihre Widerstandskraft nunmehr beträchtlich vermindert ist. 
Mehrere Regimenter mußten in letzter Zeit abgelöst werden. Die einen wurden infolge 
der ihnen von uns zugefügten Verluste zurückgezogen oder haben die Stellung gewechselt 
(z. B. die bei Les Eparges dezimierten bayrischen Regimenter der 33. Division), die 
anderen wurden auf andere Teile des Kriegsschauplatzes geschafft, um die fast schon 
weichende Linie dort zu stützen. Ein Regiment des 5. Armeekorps wurde nach Belgien 
gebracht. Zwei Regimenter des 5. Armeekorps sind zur russischen Front abgegangen. 
Die vor drei Monaten so zahlreiche und reichlich mit Munition versehene schwere Artillerie 
hat sich sowohl in der Zahl verringert wie weniger betätigt. Um unseren letzttägigen 
Angriffen im Abschnitt Fey-en-Haye—Bois-de-Prstre die Stirn bieten zu können, sahen 
sich die Deutschen gezwungen, an diesen Punkt ihre Reserven der benachbarten Abschnitte 
heranzuziehen. Anscheinend haben sie nicht viel verfügbar. Am 30. März haben wir 
im Priesterwald und vor Fey-en-Haye die deutschen Stellungen in einer Tiefe von 800 
und in einer Ausdehnung von 1000 Metern eingenommen. Am 31. März wurde Fey-en- 
Haye selbst genommen, am 3. April die Stellungen bei Rsgneville. Auf einer Front 
von 40 Kilometern hat die verstärkte 1. Armee eine Sturmstellung auf Sturmentfernung 
eingerichtet. Morgen werden wir die Zange, in die wir den Gegner zwischen Verdun 
und Pont-ä-Mousson eingeschlossen haben, schließen, die feindlichen Truppen mit beträcht 
lichen Kräften von vorn und im Rücken angreifen und zwischen Metz und Saint-Mihiel 
vernichten. Jeder Mitkämpfer muß folgendes wissen: Die Kanonen, die er vor sich hört, 
sind die französischen Geschütze, die in den Rücken des Gegners feuern. Zur Abwehr dieses 
furchtbaren Angriffs scheinen die Deutschen gegenwärtig nur über örtliche Reserven zu 
verfügen. Und selbst wenn sie andere herangezogen haben, könnte es stch nur um einige 
Bataillone handeln." 
Die deutsche Linie zieht sich, nach einer Darstellung der „Kölnischen Zeitung", von 
der Maas im Bogen auf Etain zu um die Nord- und Ostfront von Verdun und läuft
	        
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