D i e Türkei im Seekampf mit dem Dreiverband 229
völlig unversehrt zurück, nachdem es wiederholt getaucht und neun Stunden hinter
einander unter Wasser geblieben war. Das letzte Mal, als es an die Oberfläche kam,
sah es, daß die „Messudije" mit ihrem Hinterteil sank.
22. Dezember 1914.
Ein französisches Schiff beschoß gestern die Küste von Alexandrette, ohne irgend
welchen Schaden anzurichten.
26. Dezember.
Das Bombardement bei Alexandrette hat sich gegen die Bahnlinie bei Pajas
gerichtet, wo feindliche Kreuzer augenscheinlich Truppentransporte vermuteten.
28. Dezember.
Ein französisches Torpedoboot feuerte ohne Erfolg einige Granaten gegen unsere
Grenzwachposten in K y k y I i gegenüber Tenedos ab.
4. Januar 1915.
Der russische Kreuzer „Askold" versuchte am Freitag eine Landung in Jaffa. Die
Küstenpoften eröffneten rechtzeitig das Feuer auf die feindlichen Boote, die sich unter
Verlust mehrerer Toten zurückzogen.
5. Januar.
Ein englischer Kreuzer machte östlich von Mersinn einen Landungsversuch. Das
Feuer unserer Küstenwachen zwang den Feind, sich zurückzuziehen. Er ließ vier Tote zurück.
15. Januar.
Das französische Unterseeboot „Saphir" versuchte sich dem Eingang der Dar
danellenstraße zu nähern, wurde aber sofort durch unsere Artillerie zum Sinken
gebracht. Ein Teil der Besatzung konnte gerettet werden.
26. Januar.
Am 23. Dezember hat der englische Kreuzer „Doris" einen Landungsversuch in der
Umgegend von Alexandrette gemacht. Die Engländer wurden aber gezwungen, sich
unter dem Feuer unserer Küstenwache zurückzuziehen und verloren sieben Tote.
19. Februar 1915.
Acht Panzerschiffe bombardierten sieben Stunden lang die Außenforts der Dar
danellen, ohne daß diese zum Schweigen gebracht wurden. Der Feind feuerte 600
Schüsse mit großkalibrigen und 15-Zentimeter-Geschützen ab. Drei feindliche Panzerkreuzer
wurden beschädigt, darunter das Admiralsschiff schwer. Auf türkischer Seite gab es einen
Toten und einen Leichtverletzten.
Englische Meldung: Am Freitag den 19. Februar morgens hat eine englische
Flotte von Panzerschiffen, begleitet von Flottillen und von einem starken französischen
Geschwader unterstützt, den Angriff gegen die Forts bei der Einfahrt in die Dardanellen
begonnen. Die Forts von Caphella und Kum-Kale wurden aus großer Entfernung
bombardiert. Das Feuer verursachte eine beträchtliche Wirkung auf die beiden Forts,
zwei andere wurden wiederholt getroffen. Infolge der Erdarbeiten war es jedoch schwer,
den Schaden abzuschätzen. Die Forts erwiderten wegen großer Entfernung das Feuer
nicht. Nachmittags 3 Uhr 45 erhielt ein Teil der Panzerschiffe Weisung, sich der Küste
mehr zu nähern und die Forts aus geringerer Entfernung und mit mittlerer Artillerie zu
beschießen. Die Forts zu beiden Seiten der Einfahrt eröffneten sodann das Feuer und
wurden auf eine mittlere Entfernung von Schiffen des Typ „Cornwales" und „Triumph"
und drei anderen Panzerschiffen angegriffen, die von dem „Inflexible" und „Agamem
non" unterstützt wurden, die aus großer Entfernung schossen. Die Forts auf der euro
päischen Seite scheinen bereits zum Schweigen gebracht worden zu sein. Ein Fort auf der
asiatischen Küste fuhr fort, zu schießen, als die Operation wegen einbrechender Däm
merung bereits eingestellt war. Kein Fahrzeug der verbündeten Flotte wurde getroffen.