Volltext: Die Feldzüge von 1799 in Italien und der Schweiz ; 1 (5 : 1 ; / 1833)

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Wirkens wie das Kind eines hohem Lichtes hervor, es 
war vermeintlich das Genie, bas ohne viele Entfaltung 
und Zerlegung der Verhältnisse das Rechte ahnend trifft. 
So dachte man es sich. Nun war der Gedanke der eigent¬ 
lichen Vereinigung vor einer Entscheidung ganz verschwun¬ 
den und damit ging also das einfachste und natürlichste 
Bestreben verloren. Und von diesem doppelten Wirken ist 
auch wieder der eigentliche Gegenstand nicht ausgesprochen, 
sondern verliert sich in der beliebten Blumensprache der 
Terminologie. Überall fehlt es an klar gedachten Zwecken 
und Mitteln. 
Den Mangel an Entschlossenheit finden wir haupt¬ 
sächlich in Moreaus zögerndem Vorschreiten gegen Tortona. 
Höchst wahrscheinlich hatte ihn Nichts verhindert sein 
Korps einen Tag früher, also den 15., bei Gavi versam¬ 
melt zu haben und den 16. bei Tortona zu sein. Nichts 
als etwa die Furcht daß Suwarow umkehren und sich 
gegen ihn wenden möchte; dann war es aber Zeit wieder 
auszuweichen. Diese Aufgabe ist nicht gerade eine sehr 
leichte, doch kommen in der Kriegführung ähnliche vor die 
schwieriger sind, und in jedem Falle mußte Moreau we¬ 
nigstens so Viel für seinen Mitfeldherrn thun. Hatte 
Moreau Suwarow dadurch nur einige Tage aufgehalten, 
so kam Macdonald naher und eine Vereinigung vor der 
großen Entscheidung ward thunlich; verfolgte aber Suwa¬ 
row feinen Marsch gegen Macdonald, so hatte Moreau 
wenigstens Zeit sich gegen Bellegarde einigermaßen schad¬ 
los zu halten. 
Dem General Macdonald ist, wie die Sachen nun 
einmal eingeleitet waren, nach unserer Meinung kein an¬ 
derer Vorwurf zu machen, als daß er feine Kräfte zum 
Hauptstöße nicht gehörig zusammengehalten,. sie in Zeit
	        
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