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Streitkräfte gegeben haben/ um das davon abhängige En«
gadin in seinem Zusammenhänge damit zu zeigen/ so daß
wir nun wissen wie das Objekt beschaffen ist gegen welches
Le Courbe und Dessalus ihren Angriff richten/ können wir
hoffen bei der Erzählung deffelben etwas verständlicher und
befriedigender zu sein.
Nach dem französischen Operationsplane/ wie wir ihn
gegeben haben/ machte der Angriff dieser beiden auf der
italienischen Seite der Alpen stehenden Abtheilungen einen
Theil des Angriffs au§/ welchen Massen« überhaupt auf
die Streitkrafte der Östreichcr in Graubündten richten
sollte. Aber cs war natürlich daß die Grenze dieser Un¬
ternehmung nicht gerade durch die Grenze Graubündtens
bezeichnet wurde/ vielmehr sollten Le Courbe und Dessalus
allerdings bis in Tyrol Vordringen/ um die Eingänge zum
Etschthale (Vintschgau) zu gewinnen. Man sah dies wie
eine Art von strategischem Alignement an/ eine Vorstel¬
lungsart die bei den Franzosen damals sehr Mode war.
Drang nämlich Massen« bis an den Rhein oberhalb des
Bodenfeeö vor/ so lief die französische Aufstcllungslinie
entweder durchs Thal Montafur (im Fall man Feldkirch
bekam) oder durch das Prettigau nach dem untern Enga¬
din auf Nauders und von da ins Etschthal und Vintsch-
gau. In dieser Aufstellung glaubten die Franzosen sich
halten zu können oder sie als eine Station zu weitern
Fortschritten betrachten zu dürfen. Durch dieses Vorfchic-
ben des rechten Flügels von der Schweizerarmee bedrohten
sie/ wie sie meinten/ die rechte Flanke der italienisch-östrei-
chischen Armee durchs Etschthal und hoben die nächste
Verbindung derselben mit der deutschen Armee/ nämlich
durch das Vintschgau / auf/ indem sie solche auf die über
den Brenner gehende beschränkten. Gelang es ihnen aber