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XI. Induktivität, Kapazität und Widerstand
Messung von /?, L, C.
Wie wir den Gleichungen [6] und [8] entnehmen können, sind die
Größen M und G' aus den Dimensionen, der Dichte und dem wirksamen
elastischen Modul berechenbar. Aus Kombination des piezoelektrischen
Koeffizienten und des Elektrodenabstandes mit diesen Größen ergibt sich
L' und C'. Ungenau berechenbar bleiben nur die Größen W und damit
die Größen R\ da in ihnen die nicht genügend bekannte Viskosität Q
und Reibung durch die Halterung des Quarzes eingeht. Eine Berech¬
nung von R' führt daher zu keinen nützlichen Ergebnissen. Wohl aber
kann man durch Bestimmung von R' auf meßtechnischem Wege über die
Formeln [11] bzw. [19] zu einem Werte für Q gelangen, falls der äußere
zusätzliche Reibungseinfluß angegeben werden kann.
Dye (63) gibt Methoden an, wie durch das Experiment nicht nur R}
sondern auch die Kapazität C, die statische Kapazität Cs und damit
nach der Thomson'sehen Formel auch die Induktivität L des schwingenden
Resonators ermittelt werden können. Die Messungen werden nach For¬
meln ausgewertet, die von Dye für das Ersatzschema Fig. 134A aufge¬
stellt worden sind. Aus den gewonnenen Werten für R, L und C kann
man nach [a] und [b] bzw. nach [23] die Umrechnung in die Größen
R', L', C vornehmen.
Grundlage der Messungen ist die Aufnahme der in Fig. 61 und 62
gezeigten Absorptionskurven. Der Resonator befindet sich zu diesem
Zweck in einem Absorptionskreis nach Fig. 136 und ist am Resonanzkreis,
der L0, C0 und R0 enthält und auf die Resonatorfrequenz abgestimmt ist,
a
V V V
Zo*0
a
Lo
rmw-
Sender
Fig. 136. a) Quarzresonator nebst Resonanzkreis.
b) Ersatzschema des Quarzresonators und Resonanzkreis nach Dye.