Hieb gegen die Felskopfstellung auf Höhe 3065 zu be¬
gegnen.
Oberleutnant Handl läßt einen Eisstollen von der
Scharte im Zickzack aufwärts gegen die Kote 3153 boh¬
ren, eine mühsame und heikle Arbeit, bei der immer
die Gefahr einer Entdeckung durch den Feind besteht.
Da die Annäherung geräuschlos erfolgt, kann es sein,
daß man unversehens auf einen feindlichen Stollen stößt
und ein Kampf unter Eis schließlich zum Verlust der
ganzen eigenen Stellung führt.
Doch das Glück ist den Sappeuren günstig: Eines
Tages schimmert Licht durch die Eiswand am Vortrieb
— der gewünschte Punkt ist erreicht. Schon vorher hat
man eine Gebirgskanone heraufgeschleppt, die nun über¬
raschend gegen den italienischen Stützpunkt wirken soll.
In der nächsten Nacht wird eine Schießscharte aus¬
gebrochen — und da liegt das heißersehnte Ziel vor
den Augen der Männer, die unverdrossen Monat für
Monat an diesem Angriffswerk gearbeitet haben: der
Stützpunkt der Alpini samt allen seinen Unterständen
und Zugangswegen, fast hundert Meter tiefer als die
Kanone, die ihn zerstören soll.
Einige Stunden vergehen unter atemloser Spannung.
Erst muß es Tag werden. Vielleicht wird das Geschütz
nur einmal feuern können. Dieses eine Mal soll sich
auszahlen . . .
Allmählich verschwinden die Sterne in der zuneh-
menden Helle des Himmels. Der Stützpunkt ist jetzt
so deutlich sichtbar, daß man mit dem Fernglas die
Gesichtszüge eines Menschen dort unten erkennen könnte.
Die Granaten liegen griffbereit, der Vormeister richtet
mit größter Genauigkeit; jeder Mann der Bedienung
weiß, daß er wie das Rad eines Uhrwerks arbeiten muß,
um ein lückenloses Schnellfeuer zu gewährleisten.
Jetzt! L
Der erste Schuß donnert durch die morgendliche
Stille. Fast noch in der Mündungsflamme springt drü¬
ben die Sprengwolke auf.
„Feuer!"
Eine Granate nach der andern heult über das Eiß,
schlägt krachend in den Felskopf. Die Bestürzung der
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