Volltext: Briefe und Aufzeichnungen des Generalfeldmarschalls aus Krieg und Frieden

Oer Abschluß des Feldzuges 
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Truppen und einenErsolg, der auf den ganzen Krieg von Einfluß sein wird. Der Donau- 
Ubergang bleibt eine kriegerische Handlung ersten Ranges und die restlose Verfolgung 
durch daö Gebirge eine Leistung! Auf altserbischem Boden befindet sich kein serbischer 
Soldat mehr. Die Reste des Heeres haben sich nach Albanien und dem südlichen 
Mazedonien gerettet. Ihre Zahl kann höchstens noch /jo 000 Köpfebetragen und das 
ist der Rest einer Armee, die, als wir zum Donau-Übergang antraten, mindestens 250000 
Mann stark war. Die Zahl der serbischen Soldaten, die sich zu den Franzosen und 
Engländern retten konnten, wird verschwindend sein und ihnen nur beweisen, daß eS 
in Serbien nichts mehr zu retten gibt. Wenn Griechenland jetzt fest bleibt, werden 
unsere Gegner vielleicht das ganze Balkanunternehmen, an den Dardanellen, wie 
von Saloniki aus, ausgeben müssen. Unsere Oberste Heeresleitung beschäftigt sich 
jedenfalls schon ttuk einer neuen Operation. Meine Aufgabe ist eS, mich gegen Fran 
zosen und Engländer zu wenden und sie vom Balkan zu vertreiben. Ich werde also 
einige Österreicher und Bulgaren gegen Montenegro und Albanien stehen lassen, mit 
allen übrigen mir verbleibenden deutschen und bulgarischen Truppen aber Front gegen 
Saloniki nehmen. Mit dem rechten Flügel will ich sobald wie möglich Monastir zu 
erreichen suchen. Unsere Truppen haben unter großen Anstrengungen und Ent 
behrungen zu leiden. Der Nachschub über die in tiefem Schnee liegenden Gebirgspässe 
und auf den völlig zermürbten engen Talstraßen ist nur auf Tragtieren möglich. Eine 
gewisse Ruhe und Neufestigung tut not und soll ihnen gewährt werden. Die Neu 
gruppierung der Divisionen für die neue Ausgabe ermöglicht sie." 
Am 27. November erhielt der Feldmarschall das nachstehende Telegramm seines 
Obersten Kriegsherrn: „Mein lieber Feldmarschall! Wiederum stehen Sie am Ab 
schluß einer großen Kriegshandlung, durch die eS den in treuer Waffengemeinschaft 
und gegenseitiger Unterstützung vereinigten deutschen, österreichisch-ungarischen und 
bulgarischen Heeren gelungen ist, einen mit zäher Ausdauer tapfer kämpfenden Gegner 
niederzuwerfen. Ein gewaltiges Stromhindernis wurde mit unvergleichlicher Schnellig 
keit überwunden, die Hauptstadt des feindlichen Landes mit stürmender Hand ge 
nommen und die feindlichen Truppen auf allen Fronten, wo sie sich auch gestellt hatten, 
geschlagen. Den Führern aller Armeen, ihren Stäben und Truppen gebührt hierfür 
unvergeßlicher Dank! Ihnen gegenüber, mein lieber Feldmarschall, in dessen bewährten 
Händen die Fäden der Leitung sich vereinigten, wünsche ich demselben dadurch Aus 
druck zu geben, daß ich Sie zum Chef des 3. we st preußischen Infanterie 
regiments Nr. 129, das jetzt unter ihren Augen wiederum schöne Erfolge errungen 
hat, ernenne, indem ich weiß, daß Sie mit diesem tapferen Negimente auch als Kom 
mandierender General meines XVII. Armeekorps nahe Beziehungen verknüpfen und 
es gewiß Ihren Wünschen entspricht, dieselben hierdurch noch enger gestaltet zu sehen." 
In seinem Danktelegramm brachte der Feldmarschall bewegten Herzens zum Aus 
druck, daß es ihn mit Stolz erfülle, „Chef eines Regiments der Waffe geworden zu 
sein, die den Hauptanteil an den GesechtSerfolgen" habe. Der Gattin schreibt er auS 
diesem Anlaß: „Die Ernennung zum Chef der 129er macht mir große Freude, eine 
größere Freude, als wenn mir ein Kavallerieregiment verliehen worden wäre. Ich 
kenne das Regiment schon von Bromberg her, habe seine Tüchtigkeit und sein
	        
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