Volltext: Krieg ohne Heer

Daß dies nur unter möglichster Ausschaltung 
jeglichen bürokratischen Apparates zu geschehen 
habe, das stand vom ersten Gedanken an in mir sest. 
Hier konnten nicht Schreibtisch und Konzept, nicht 
Akt und Verordnung, sondern einzig der praktische 
Weg, mit jedem Mann am richtigen Ort, in zwölf¬ 
ter Stunde zum Ziele führen. 
Und ich wußte im voraus, unsagbaren Hinder¬ 
nissen zu trotz, die schier aussichtslose Ausgabe würde 
gelöst werden. Kannte ich ja die Getreuen um mich, 
meine Gendarmen! Sie, die Männer aus Stahl, die 
vor nun mehr denn drei Jahren allein die Russen- 
brandung aufgehalten. Deren nie erlahmte Tatkraft 
ein Jahr lang die ganze Armee Pflanzer-Baltin vor 
Entbehrung zu bewahren gewußt: ihre kleine Schar 
würde, wie vordem Großtaten des Schwertes, so 
jetzt eine Großtat der Nächstenliebe vollbringen, wie 
sie einzig dastehen sollte in der durch Krieg geprüften 
Menschheit. 
Erst sorgsamstes Wägen, dann großzügiges 
Wagen forderte die praktische Verwirklichung mei¬ 
nes weitausgreifenden Planes. 
Zch organisierte fürs erste in Galizien und in der 
Bukowina fünf Kommissionen mit dreißig Offizieren 
zur Beschaffung von Pferden. Dazu ordnete ich an,, 
daß in der Ukraine und in den besetzten Gebieten 
Rumäniens unbedingt zusammenzukaufen, zu requi¬ 
rieren sei, was sich an Schlachtvieh, an Nahrnngs- 
mitteln welcher Art immer vorfinde. 
Der Fernstehende vermag wohl nicht zu ermessen, 
was für eine Leistung das bedeutet hat. Eine im Ver¬ 
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