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besuchen. Z}ter gefiel es ihn: so gut, daß er — in richtiger
Erkenntniß der Heilkraft dieser Gegend — mit Dr. Götz
die damals lebhaft ventilirte Soolen badfrage beriech,
nachdem — wie Wirer selbst schreibt — durch Dr. Götz
und den Gmundener Salinenarzt, Dr. Wolf, bereits früher,
allerdings im Stillen, die ersten von ausgezeichnetem Er¬
folge begleiteten Heilversuche an Salinenarbeitern in einer
an die Apotheke angebauten Badestube ausgeführt worden
waren.
Mit hingebender Sorgfalt widmeten sich nun die
genannten Aerzte der weiteren Ausführung ihrer Idee,
errichteten in Ischl eine Soo len bad eanstalt (die erste
in der mit Salzminen so gesegneten österreichischen Monarchie)
und Dr. Wirer, dem auch bedeutende Geldmittel zur
Verfügung standen, scheute keine Opfer für das Gedeihen
des neuen Lurortes, für das Wohl von dessen Bewohnern.
Schon im Jahre J822 schickte er die ersten Badegäste
hieher, deren Zahl bald ^0 betrug, worunter sich ein
ungarischer Rittmeister, Josef Baron v. wenker, der -
ganz mit Wunden bedeckt — durch den Gebrauch der
Soolenbäder bald gesundete?)
Die ersten Bäder wurden in dem vom k. k. Salinen--
fexssiet*, 3. Michael Tanzl, auf eigene Rosten erbauten
Hause Nr. 5 an der Traun verabreicht, wo sich 25 Bade¬
stübchen befanden. 2) Ein Wannenbad so stete ^ fr., ein
Vollbad 2(\ fr., ein Douchebad ^0 fr.
Bctld stieg die Zahl der sommerlichen Besucher, ein
unendlich reges Leben entwickelte sich, viele Aerzte (Wolf,
*) Baron wenker kaufte sich später das sogenannte „Schloßt" im
<5riibl und blieb dort bis zu fernem am 2Q. Jänner 1837
erfolgten Tode.
2) 3- M. Tanzl besorgte in der Folge auch die meteorologischen
Beobachtungen.