Ls gab zwar einige Zeit hindurch auch Salztonnen,
welche aber - im I«hre ,7,0 eingeführt - größtentheils
für die Verfrachtung nach Schlesien Verwendung fanden und
wegen Unbequemlichkeit im Jahre ,720 aufgelassen wurden?)
Religisnsunrichen in Goisern.
(Dom Jahre H7H.2 bis ,7\5.)
Kaum hatte Karl VI. (der Bruder Leopolds) die
Regierung angetreten, als im Jahre \7\5 eine große Pest
in Oberösterreich ausbrach, welche schreckliche Dimensionen
annahm, so daß in Linz, Wels und vielen anderen Orten
die Schulen geschloffen werden mußten?) Unser stilles
Thal blieb zwar nicht ganz verschont davon, aber keines¬
wegs war hier die Verheerung so groß, als man öfters Hort.
Leider dauerten auch die religiösen Streitigkeiten
ungeschwächt fort, besonders in Goisern, wohin die Jesuiten
„Residenz" Traunkircheu Missionäre schickte, deren ziem¬
lich heftiges Auftreten zu mehrfachen Unruhen Anlaß gab.
wir find in der Lage, mehrere interessante „Rela¬
tion es de statu Rei Catholicae in parochia Geusarn
1) während des Jahres ,7,2 erschloß man im Js«Hier Salz*
berge den Kaiserin Elisabeth -Stollen. Zwischen diesem
und den, Kaiserin Amali a-Sto llen liegt die tm Jahre
1751 erbaute SergfapelU, welche noch jetzt zur Av-
baltuna eines einmaligen Gottesdienstes in jedem Jahre bient.
2) Naher Karl VI. hatte am ,y. April ,7,3 die prag¬
matische Sanktion erlassen, welche folgenbe Kardinal -
punkte enthält: ,. Die österreichischen Lrblänber bursen
nie getheilt werben; 2. so lange ber Mannsstamm
bes babsburgischen yanses lebt, folgt dieser nach bem Rechte
ber «Erstgeburt; 3. beim Erlöschen bes Mannsstammes
sukzebirt bte weibliche Linie.