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nicht ganz entzogen werden. Was mußte alles geleistet werden,
ehe der erste Artillerieschuß die Durchbruchsschlacht eröffnen
konnte! Sechs Tage lang rollten die Transporte ununterbrochen
heran. Sofort nach den Ausladungen schoben sich die Truppen
in die Versammlungsräume, wobei die Bewegungen dauernd der
feindlichen Lufterkundung entzogen bleiben mußten, was bei dem
schonen Maiwetter erhebliche Aufmerksamkeit erforderte. Unter¬
dessen gingen die Erkundungen an der Front vor sich, die für die
Ablösung der österreichisch-ungarischen Verbände durch die deut¬
schen Angriffstruppen und für den richtigen Einsatz der einzelnen
deutschen Waffengattungen für den Durchbruch nötig waren.
In weiser Voraussicht hatte die deutsche Oberste Heeres¬
leitung angeordnet, daß die höheren Truppenführer mit ihren
Generalstabsoffizieren, die Artillerieführer und Pionierkomman¬
deure in den ersten Zügen zu fahren hatten. So konnte sofort
nach ihrem Eintreffen die Erkundung der österreichisch-ungarischen
und russischen Stellungen sowie der Anmarschwege und des Ent¬
wicklungsgeländes beginnen, der sich die für den Einsatz der Infan¬
terie, Maschinengewehre, Artillerie, Minenwerfer und Pionier¬
verbände unmittelbar anschloß. Die Fliegeraufklärung war zu¬
nächst noch untersagt, um durch Auftreten zahlreicherer deutscher
Flugzeuge nicht vorzeitig die Aufmerksamkeit der Russen auf
den Abschnitt 31t lenken.
Mackensens erste Befehle. Das Armee-Oberkommando hatte
sich auf Grund persönlicher Einblicknahme in das Gelände ent¬
schlossen, die 11. Armee über die Linie Ropica ruska—Eorlice—
Staszkowka—Rzepienik angreifen zu lassen. Am 25. April 1015
erging der grundlegende Armeebefehl für die Abschnittsverteilung
und die Ablösung der österreichisch-ungarischen Verbände. Am
26. erfolgte auf Grund der vorgenommenen Erkundungen die Rege¬
lung der artilleristischen Verstärkung^der Armeekorps (siehe An¬
lage S. 88) und die Ausgabe der ersten Weisungen für die K. u.
K. 4. Armee, sowie eine Orientierung der österreichisch-ungarischen
3. Armee des K. u. K. Generals der Infanterie Boroevic von
Bojna. Aus diesen Befehlen und Mitteilungen ging folgende
Absicht des Generalobersten v. Mackensen hervor: