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zu hören. Die außerordentliche Anwendung dieses jungen Mannes
machte ihn bald zu einem der besten unserer Schüler. Seine Sitten
sind die untadelhaftesten und auch Gremeri hat der Welt das Zeugnis
gegeben, daß man Schauspieler und ein rechtschaffener Mann zu¬
gleich sein kann.
Vor vier Monaten hat er der Schauspielkunst auf immer
entsagt, schenkt sich nun ganz den Wissenschaften, setzt die Be-
suchung der angeführ¬
ten Lesungen fort und
nimmt bey unserem
geschickten Herrn
Professor Maisler Pri¬
vatunterricht in der
Philosophie. Soweit
Jelma.
Cremeri wurde
in Linz bei der neu¬
errichteten akademi¬
schen Bibliothek (Bi¬
bliotheca publica) an¬
gestellt, wo er sich, wie
er im „Pasquillant“
versichert, an der Seite
des Rates und Pro¬
fessors De Luca krank
arbeitete. Zugleich
scheint er der Heraus¬
geber der zwei periodi-
schen Schriften „Der
Lachende“ und „Der
Ausschreiber“, die
aber bald wieder ein¬
gingen , gewesen zu
sein. Am 27. April
1778 defendierte er
öffentlich Thesen aus den Kameral- und Polizeiwissenschaften und
erhielt dafür „zur besonderen Unterscheidung des Allerhöchsten
Wohlgefallens“ statt des sonst üblichen Gnadenpfennigs die goldene
Gnadenkette, wie er ebenfalls im „Pasquillant“ hervorhebt.
Im Jahre 1779 wurde er Bücher-Revisions-Aktuar bei der
Regierung in Linz und 1789 Regierungskonzipist.
B. D. A. Cremeri (1752—1795).
(Nach einem Stiche in der Wiener Hof bibliothek.)