sie. Ich kenne keine Liebe, die die Wahrheit nicht sagt.
Vor allen den Briten gegenüber, diesen Keuchlern der Welt-
geschichte, da wird es uns schwer, Worte zu finden, die
unserm ganzen Käß und Groll einmütigen Ausdruck ver¬
leihen. Eben darum aber meine ich, wir sind in einer glück-
lichen Lage. Wir brauchen jetzt nicht zu schelten oder gar
zu schimpfen, wir sprechen die letzte Sprache, die es gibt,
und darum ist es unkriegerische Nervosität, wenn wir den
Feind, wo er sich wirklich als Feind stellt, heruntersetzen.
Die Ritterlichkeit des Kampfes auf dem Schlachtfeld soll
einen Widerhall finden auch in der Art der Beurteilung.
Wir kennen keine Verhimmelung Fremder, die die Heimat
nebenanstellt, und haben auch jetzt keine Zeit, das Gute bei
den andern Völkern anzuerkennen; jetzt ist zunächst die Zeit
da, den Gegner niederzuringen, der uns an die Kehle springt.
Aber die seelische Fähigkeit dürfen wir uns nicht verwüsten
lassen, das Gute anzuerkennen, wo es steht und wächst, und
die Tapferkeit gelten zu lassen, wo fie uns entgegentritt. Ich
habe den Eindruck, daß manche Männer sich in unseren
Tagen nach einem Objekt umschauen, an dem sie in Friedens-
zeiten ihr kriegerisches Mütchen kühlen möchten. Das ist
eine seelische Gefahr, die jeder Krieg mit sich bringt. Ich
weiß nicht, ob die Versuchung zur Verrohung auf dem
Schlachtfeld größer ist oder zu Äaus. Ich sürchte, zu
Äause; denn auf dem Schlachtfeld wirkt der unmittelbare
Ernst des rinnenden Blutes als Erzieher. Diesen anschau-
lichen Keffer haben wir nicht bei der Kand. Desto mehr
müssen wir uns gegenseitig helfen, stark zu bleiben, und
auch auf die Frauenwelt, die heute Opfer über Opfer bringt
und als Bestandteil unserer Nation genau so tüchtig ist wie
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