Lehrerhaus weggerissen. Oer Vau wurde im Sommer 1853 ausgeführt
und war am 15. Dktober bereits eingedeckt.
Oer Maurermeister Sighartner hatte den Vau um l?499 st über¬
nommen; geriet aber später in Vonkurs und es ergaben sich umständ¬
liche Verhandlungen wegen Bezahlung der Gläubiger.
Oie Kollaudierung fand erst Ì858 statt und die Gläubiger-Forder¬
ungen dauerten bis 1870 fort.
Schon durch das unermüdliche Vetreiben des Schulneubaues hatte
Scheibert bewiesen, dass er der richtige Mann für die aufstrebende Ar-
fahrer Schule war; der Oistritrtsfchulauffeher lobte ihn als bewährten
Schulmann und beantragte schon 1837 feine Ernennung zum Muster¬
lehrer?" pillwein nennt ihn in feinem Wegweiser schon im Jahre 1837
unter den Schriftstellern von Linz; leider scheint von ihm nichts erhalten
zu fein?'
In den kritischen Kevolutionstagen des Vefreiungsjahres 1848
beging aber Scheibert die Unvorsichtigkeit, stch mit der freiheitstrunke¬
nen Bürgerschaft des Drtes in heftigster Weife zu verfeinden. Gr hatte
als Drganist den Gottesdienst der Ilrfahrer Oationalgarde zu wenig
feierlich begleitet und wurde deshalb in einem gedruckten Maner-Anfch lag
scharf angegriffen und es wurde sogar feine Absetzung gefordert. Scheibert
erwiderte, gleichfalls in einem gedruckten grossen Flugblatt, und zwar
entschieden würdiger als feine Angreifer und verteidigte stch geschickt,
aber ein zweiter Fehmbrief forderte erneut feine Entfernung. Oer ganze
Streit war ein politisch garstig Lied;32 Oie Behörde beurteilte die An¬
gelegenheit auch ruhiger als die erhitzte Bewohnerschaft und beließ
Scheibert auf feinem Posten bis zu seinem Tod, der ihn am 6. Oovem-
ber 1853 dahinraffte. Gr war der letzte Lehrer-Messner in Urfahr ge¬
wesen?" Seine Witwe erhielt von der Gemeinde täglich 8 Kreuzer, feit
1857 sogar 10 Kreuzer „Armenportion" als Pension'?4
Eis Enterlehrev Scheiberts sind bekannt:35 Josef Meindl von J8£8 bis Ì840;
Marl ZaX von s8L9 bis 4840) Peter Moos von l840 bis 1852) Monrad Dreuzhuber von
l840 bis Feber 4853; Johann Drtner bis Juli 4853; dann Joh. Irk seit. s852) dieser wurde
auch Provisor nach dern Tode Scheiberts.
Am die Leiterstelle bewarben stch nicht weniger als 31 Kompe¬
tenten; die Stelle erhielt am 1. Dktober 1854 der bisherige Schulleiter
von Lofenstein Thomas Jungwirt?' Dr war der erste Schulmeister Arfahrs,
der stch feines Oafeins freuen konnte. In einem nach den damaligen
Verhältnissen ganz modernen neuen Schulhaus wirkend und wohnend,
erreichte er auch die Ausgestaltung der bisher dreiklassigen Schule im
Jahre 1855 zur vierklassigen, im Jahre 1869 zur fünfklassigen und im
Jahre 1871 bereits zur fechsklassigen Schule. Jungwirth, der 1863
zum Musterlehrer ernannt worden war, ging 1872 nach 55 Oienstjahren
in Pension und starb zweiundsteozigjährig am 23. Dktober 1873.
Seit 1854 wurden auch an der Arfahrer Schule bei den Schul¬
prüfungen Ghrenmünzen und Sparkassabücher an gesittete Binder ver-