an dem Abrichteßkobl und zugleich Schornstein des Schmid-
Hausgebäudes. Eine Stunde weilten sie dort bei fürchterlichem
Wetter in Hemd und Gatten; als nun auch der Schornstein
wankte und fiel, kletterten sie mit großer Anstrengung über
das nasse Bretterdach auf die andere Seite, und rutschten so
in den wasserlosen Hammerfluder. Von dort begaben sie sich
in das Herrenhaus, wo schon die anderen zwölf Schicksals¬
gefährten ihrer harrten.
Im Herrenhause selbst mußte sich Alles in das obere
Stockwerk flüchten. Herr Ludwig Zeitlinger, Gewerksbesitzer,
vereinigte das jammernde Familien- und Dienstpersonale in
der Mitte des Gebäudes mit besonnener Ruhe, um von un¬
sicherem etwaigen Einsturze einesteils gesichert zu sein.
Um 4 Uhr morgens endlich war die Gefahr so weit
beseitigt, daß man sich nun die ganze nächtliche Verheerung
beschauen konnte. Rings um das Herrenhaus, an der Torseite,
waren die nicht gepflasterten Stellen ausgerissen.
Das Schmidhaus bis auf die Vormauer gegen das Herren¬
haus, einen kleinen Teil des Kammerbodens, dann ein paar
Betten und einen Kasten in sich fassend, war zusammengestürzt
und an dessen Stelle ein fürchterlicher Graben sichtbar.
Dreizehn Betten, zwanzig Truhen, ein Schubladkasten,
die Habseligkeiten der Arbeiter enthaltend, waren teils fort¬
geschwemmt, teils von dem wuchtigen Einsturze zertrümmert.
Die Werkstätte, nämlich der Hammer, war größtenteils
verschüttet, die Wasserleitung in das Kleinhammerl total ver¬
nichtet, und eine lange Strecke mit Schutt überfüllt. Um den
Hammer wieder in Gang zu setzen, brauchte man 14 Tage,
beim Kleinhammerl mehr als drei Wochen.
Der Schadenbetrag des Herrn Gewerksmeisters war sehr
bedeutend. Zwanzig Zentner Buschenzeug, viele unausgefertigte
Sensen, dann Zaine u. dgl. waren teils verschüttet und fort¬
gewühlt; das Meiste kam zwar durch bis 3 Klafter tiefes
Graben wieder zum Vorschein, doch fehlt bis zur Stunde
noch vieles.
Die. Sensenkram, in welche sich das Wasser nur durch
die Türklüfte einsog, war mit einem halben Schuh tiefen Letten