Volltext: [Der Weltkrieg 1914 bis 1918 / Die militärischen Operationen zu Lande ] ; Der Weltkrieg 1914 bis 1918. Die militärischen Operationen zu Lande. 14,1 Die Kriegführung an der Westfront im Jahre 1918 : [Hauptbd.] (14,1 1944)

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Die Entwicklung der Gesamtlage. Die Gegner. 
Am 6. August legte die Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Angriffs- 
entwürfe der 4. Armee für den verkleinerten Hagen, der 18. für Kurfürst 
vor. Statt des letzteren befürwortete sie aber, da die operative Grundlage 
durch Zurücknahme der 7. Armee verändert sei, Teilnahme des linken 
Flügels der 18. Armee an dem bereits am 26. Juli von der Heeresgruppe 
Deutscher Kronprinz vorgeschlagenen Angriff der 9. Armee bis zur Aisne^). 
Zwei Tage später traf am 8. August ein neuer, völlig überraschender, 
schwerer Schlag, diesmal vorwiegend von Engländern geführt, die Front 
der Heeresgruppe östlich von Amiens. 
B. Lage und Absichten der Entente^). 
Für die Entente hatten die Frühjahrsmonate ernste Krisen gebracht. 
"' Sie waren aber angesichts der in Aussicht stehenden Hilfe Amerikas und 
dank dem zähen Willen ihrer Staatsmänner und Heerführer überwunden 
worden. 
In Frankreich hatten das Vordringen des deutschen Heeres in 
Gebietsteile, die seit 1914 vom Kriege nicht mehr berührt worden waren, 
dazu die Fliegerangriffe und das Fernfeuer auf Paris, schließlich die mit 
der Offensive am Chemin des Dames einsetzende unmittelbare Bedrohung 
der Hauptstadt lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. Ein beträchtlicher 
Teil der Bevölkerung hatte begonnen, Paris zu verlassen. Die Verlegung 
der Regierung war erwogen worden, doch hatten sich Präsident Poincarö 
und General Foch entschieden für ihr Verbleiben ausgesprochen. Es kamen 
Gerüchte über besonders schwere Verluste an der Front. Die wachsende 
Unzufriedenheit der Arbeiterschaft machte sich in Streiks Luft. Anfragen 
in der Kammer richteten sich gegen Maßnahmen der Regierung wie vor 
allem gegen die militärische Führung. Demgegenüber war vor allem 
Ministerpräsident Elemenceau der starke Mann. Er handelte nach dem 
Grundgedanken, den er vor Beginn der deutschen Offensive am 9. März 
in der Kammer verkündet hatte: „Wir brauchen einen baldigen Frieden, 
aber den erwünschten Frieden. Es wäre verbrecherisch, einen anderen 
Gedanken zu hegen. Meine Formel ist überall dieselbe. Innere Politik: 
ich führe Krieg. Äußere Politik: ich führe Krieg. Rußland hat uns verraten; 
ich fahre fort, Krieg zu führen". Er übte fast autoritäre Gewalt aus. 
Obgleich er mit den Maßnahmen des Generals Foch keineswegs ganz ein» 
i) S. 502 f. 
-) Anschluß an S. löff.
	        
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