Serbische Niederlage bei Osmace
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Nun verfügte das XVI.Korpskmdo., GM. Andrian habe mindestens die
Höhen bei Srebrenica, Obstlt. Chwostek Vlasenica festzuhalten. Als Ver¬
stärkung wurde die Reserve des XVI. Korps, die 13. IBrig., nach Vlasenica
in Marsch gesetzt.
Auf serbischer Seite befahl Gen. Bozanovic, daß das Srebrenica-
Detachement neu zu bilden sei und am 28. September abermals dieDrina
zu überschreiten habe. Um dem Detachement das Vordringen zu er¬
leichtern, waren von der SumD.II zwei Bataillone und eine Batterie gegen
Dzile in den Rücken der 8. GbBrig. zu senden. Der Kern der Division
sollte sich auf dem Nordostrande der Javor planina (Kraljeva gora)
gegenüber Milici—Vlasenica festsetzen und Erkundungsabteilungen vor¬
treiben. In Ausführung dieses Befehles stießen Teile der SumD.II gegen
Vlasenica, das serbische Lim-Detachement gegen Kladanj und Olovo vor.
Dieses bedenkliche Vordringen des Feindes und insbesondere seiner
immer kecker herumschwärmenden Banden sowie der am Vortage er¬
beutete serbische Angriffsbefehl veranlaßten den FZM. Potiorek Ma߬
nahmen zu treffen, durch die der Rücken und die Flanke der 6. Armee
von weiteren Störungen befreit und namentlich die regulären Truppen des
Feindes, die das Rückgrat der Banden bildeten, abgeschüttelt werden
sollten. Angesichts der Bindung der Hauptkräfte durch die feindlichen
Armeen und der scheinbaren Bedrohung Sarajevos durch die Montenegriner,
von welchen man je eine Brigade in Pale und Praca dl. annehmen mußte,
war die Aufbringung entsprechender Kräfte nicht leicht; doch half sich
FZM. Potiorek auch in dieser schwierigen Lage. Das Festungskmdo. Sara¬
jevo mußte zwei Landsturmbataillone und eine Gebirgsbatterie auf den
Waldbahnen nach Cevljanovic und Vares senden. Sie hatten sich unter
dem Obstlt. Hauser mit dem Olovoer Detachement zu vereinigen. Nach
Tuzla wurden teils mit Bahn, teils mit Fußmarsch von der 5. Armee
zwei Bataillone des IR. 79 und eine fahrende Batterie, von der 6. Armee
drei Bataillone und eine Gebirgsbatterie unter Obstlt. v. Hellebronth
gezogen. Mit dem am 29. September dort aus Triest eintreffenden Lst-
IR.27 hatten sie eine Gruppe zu bilden, die Obstlt. Karpellus zunächst
nach Kladanj zu führen und dann mit der Gruppe Hauser zu vereinigen
hatte, um in des Feindes Westflanke zu stoßen.
Wie sehr FZM. Potiorek auch sonst stets bestrebt war, alle Kräfte
zur Entscheidung einzusetzen, zeigt die Ablösung der an der Drina als
lose Verbindung zwischen beiden Armeen noch zurückgebliebenen Teile
der 72. IBrig. durch die am 27. September zugewiesene, weder bewaffnete
noch militärisch bekleidete und ausgerüstete ung. 8. LstEtBrig. Mit Uni¬