Volltext: Vom Kriegsausbruch bis zum Ausgang der Schlacht bei Limanowa-Lapanów ; 1. Das Kriegsjahr 1914 ; [Textbd.] ; (1. Das Kriegsjahr 1914 ; [Textbd.] ;)

Russische Flügelangriffe gegen die 1. Armee 
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III. kauk. Korps und die 82. RD. verstärken, denen Plehwe gegebenenfalls 
sogar die 81. RD. der Besatzung von Brest-Litowsk zugesellen konnte. 
Inzwischen scheint aber doch die Zuversicht Ewerts wieder gestiegen zu 
sein und er beschwor am 9. früh gemeinsam mit Letschitzki den Ober¬ 
befehlshaber der Südwestfront, es beim früher befohlenen konzentrischen 
Angriff zu belassen1). Iwanow stimmte mit einer leichten Rüge wegen 
der voreiligen Berichterstattung Ewerts zu. So hatte sich die seit achtzehn 
Tagen ununterbrochen kämpfende k. u. k. 1. Armee nunmehr zweieinhalb 
russischer Armeen zu erwehren. 
Letschitzki biß wohl, als er am 9. September früh seine dichten 
braunen Angriffswellen gegen die öst.-ung. Linien hinfluten ließ, beim 
Korps Kirchbach wie an den früheren Tagen auf Granit. Dagegen führte 
ein russischer Einbruch bei der 95.LstID.zur Zurücknahme der ganzen 
Gruppe Kummer hinter die Wyznica, womit auch ein noch weiteres Ab¬ 
biegen des linken Flügels der 12. ID. verbunden war. Zum Glück stieß 
der Russe wieder nur sehr zögernd nach. Als er gegen Abend bei der 
lOó.LstID. neuerlich angriff, wurde er vom Teschener LstlR. 31 im Gegen¬ 
angriff abgewiesen. 
Weit folgenschwerer gestalteten sich jedoch die Ereignisse östlich der 
Bystrzyca. Vorerst gelang es zwar dem Korps Woyrsch, das nun auch die 
3.LD., GLt. v. Wegerer, in die Schlacht warf, seine alten Stellungen und 
damit auch die allerdings meist unbrauchbar gemachten Kanonen zurück¬ 
zuerobern. Gleich darauf aber drückte ein stark überlegener Angriff der 
ganzen rassischen 4. Armee den rechten Flügel der 33. ID. und die 37. HID. 
zurück. Mangel an Artilleriemunition hatte der Abwehr das Rückgrat 
gebrochen und hieß auf eine Wiedergewinnung der verlorenen Stellung 
verzichten. Zu allem Übel scheint gegen 10hvorm. die 37. HID., die sich 
überdies durch den Verlust einer wichtigen Höhe in der rechten Flanke 
schwer bedroht fühlte, die vorbereitenden Weisungen des V. Korpskmdos. 
für das Abziehen des Trains als allgemeinen Rückzugsbefehl aufgefaßt 
zu haben, denn sie verließ ihre Stellungen, obwohl der Rückzug des 
Korps vom linken Flügel aus geplant war. FZM. Puhallo sah sich nun 
genötigt, auch die 33. und die 14. ID. in Eile zurückzunehmen, wobei die 
zweitgenannte ein Jägerbataillon zum Flankenschutz für die 46. SchD. 
des I. Korps auf dem Schlachtfeld beließ. 
Nun stürzte sich der Russe auch auf die bloßgelegte Nordflanke der 
deutschen Landwehr, traf sie empfindlich und entriß ihr 26 Geschütze. 
Der eilig zurückfahrende Troß des Korps geriet, begleitet von flüch- 
!) La grande guerre, 258. — Zichowitsch, 198 ff.
	        
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