102
Blutzeugen Kilian, stehend, die Rechte lehrend erhoben,
die linke Hand hält den nach auswärts gebogenen Stab; das
Haupt ist mit der Insul bedeckt. Die Überschrift ist:
t * S * KhVLIhNVS * EPS * ET * MR („Der hl.
Kilian, Bischof und Märtyrer.")
Die ganze Arbeit ist in ziemlich tiefer Gravirung aus-
geführt. Die beiden Gestalten, des Erzengels Gabriel und der
heiligen Jungfrau, zeichnen sich durch eine edle freie Haltung
aus; weniger deutlich sind die Umrisse des heiligen Bischofs
Kilian gezeichnet. Die Überschriften, welche in den Ver-
bindungsbögen angebracht sind, enthalten ohne Ausnahme die
romanische Majuskelschrift.
Das Wallfahrtskirchlein unserer lieben Fran „Maria
Hilf" in Lambach.
Auf dem in unmittelbarer Nähe des Klosters nach Norden
gelegenen Buchberge steht das Mariahilf - Kirchlein, das seit
mehr denn anderthalb Jahrhunderten das Ziel zahlreicher
Wallfahrer bildet. Ein inniger Verehrer Mariens, der in Gott
ruhende Prior Wolfgang Prugmair von Lambach ist
als der eigentliche Gründer dieses Kirchleins anzusehen, zu
dem Abt Maximilian im Jahre 1717 den Grundstein
legte. Bereits im Jahre 1718 stand dasselbe beinahe voll-
endet da, erhielt dann 1719 schöne Gemälde an der ge-
wölbten Decke und ein Thürmchen, sowie im Jahre 1722
auch ein Glöckchen. Nach des Priors Wolfgang Tode (f 27. Okt.
1722) blieb der Bau in seinem nicht ganz vollendeten Zu-
stände, bis im Jahre 1735 Abt Johannes Seitz auf
Bitten des damaligen Stiftsarztes Ehrenreich das Werk
seiner frommen Vorfahren vollendete, einen niedlichen Altar
mit schönem Gemälde, Mariahilf vorstellend, errichtete und
für die nöthigen Paramente und sonstige kirchliche Einrichtung
sorgte. Abt Johannes weihte selbst das Kirchlein ein und