das weihe Lacken in die Totentcuhe: Huf dafe die Saat auch
drüben im Ewigen aufgebe, drüben beim Urvater und allen
vorfahren, die den ewigen Hefter besät, auf daß sie auch im
Himmel die Erdenheimat hätten.
Hls ich so tat, war es mir, als ginge ein fächeln in Ver¬
klärung über die stillen Züge des Heimgegangenen.
So oft ich heute als ITlann am ewigen Hdtec vorbei¬
komme, ziehe ich den Hut, neige ich das Haupt, halte ich den
Stern an wie vor einem hochgeweihten, heiligen Wesen, in
dem mich Ewiges umwittert.
St ©eocgicitt in einem bcryr. Dorfe.
Der über ein Jahrzehnt halbkirchliche Brauch ist besonders in Südbagern
verbreitet. Es ist dies ein sogenannter Pferdeumritt mit Rohweihe. Im feier¬
lichen Zuge wird zur Kirche geritten und nach Beendigung des Gottesdienstes
reitet der ganze Zestzug um die Kirche und der Priester, der ebenfalls hoch
zu Rosse ist, segnet unter Gebet und Weihwasserbesprengung die Pferde,
(„man reitet dem Heiligen an seinem Ehrenfeste gleichsam die Pferde vor
und empfiehlt sie seinem Schutze.") Beim Zestzuge ist natürlich Ritter 5t. Georg,
angetan mit Panzer und Helm, Zutz- und Hrmfchienen und mit einem
Schroert umgürtet, an der Spitze. Dieser schone Brauch wird im Chiemgau
und Rupertitvinkel unter großer Teilnahme des bäuerlichen Volkes abgehalten.