Volltext: Der Inn-Salzachgau Sonderheft 1936 (Sonderheft / 1936)

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Neben die Organe der Gcwerbepolkzci treten solche 
der Sicherheitspolizei. Hier ist zunächst der seht noch all 
gemein gebräuchliche Schutzmann zu erwähnen. Hiebei 
ist auffallend, das; der Name als Familienname gerade 
dort nennenswert vorkommt, wo der Ausdruck „Schutz 
mann^ für den Polizisten nicht allgemein ist, in Wien 
(Iff,-hier statt „Schutzmann" „Wachtmann"). Der Schutz 
mann kommt sonst fast nicht mehr vor. Ob er überhaupt 
die ihm heute unterstellte Bedeutung hatte, ist unklar. Dem 
heutigen Polizisten mehr schon entsprechend war der in 
Nürnberg (8ct>m II, 493) und Schwaben (bi 5, 1215) 
sich urk. findende Schütz. Aus der Verbreitung des 
Namens über ganz Bayern geht jedoch hervor, das; er auch 
kn Allbayern immerhin bekannt gewesen sein miif;. Er ist 
seit dem Ende des 13. Jahrh, als Familienname bezeugt 
(MB 27, 65, 98,- 6, 409), kommt jedoch vereinzelt schon 
um 1200 vor (MB 8, 481). Ob diese Art von Schützen 
die sagittarii der Urkunden (z. B. ULE II, 185, 524) 
sind, wird sich schwer entscheiden lassen. Zum Schütz tritt 
der Wachtmeister, einer jener Namen, die sich heute 
noch erhalten haben. Daher ist der Familienname Wacht 
meister sehr selten (9). 2n Österreich, wo uns der Wacht 
meister als Amt häufig bezeugt ist (vgl. OeWei 8, 1160,- 
9, 99, 104) fehlt er gänzlich. Allgemein dagegen ist der 
Name Wachter. Er hatte zunächst das officium custodie 
inne (MB 29 b, 357), dieses schränkte sich jedoch bald auf 
die Torhut ein, sodaß der Wachter mit portarius oder 
portulauus übersetzt werden konnte (MB 60, 520). Der 
Name Wachter ist als Familienname erst seit dem 16. 
Jahrh. urk. (MB 18, 698) bezeugt, nach seiner heutigen 
Verteilung in Altbayern (143), Franken und Österreich 
(je 105) verbreitet. Der Torhut dient auch der Faltercr. 
Der oder das Falter ist das Falltor (8cbm I, 705), der 
Falterer daher wohl einer, der dasselbe zu bewachen hatte. 
Denselben Dienst hat der Falter, ferner der Gattercr, 
d. h. einer der die Gatter oder Falltore (8ctzm I, 957,- 
bi 3, 89) zu versehen hat. Aus der vorwiegenden Ver 
breitung dieses Namens in Wien (11) und Nürnberg (9) 
kann aus einen österreichischen Beamten geschlossen werden. Eine 
gehobenere Stellung, mitunter im Range eines Burgpflegers 
(bi 2, 285) nahm der Torwart! ein. In den lat. Ur-
	        
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