Volltext: Der Spaßvogel 1924 (1924)

eaaderenp wer sagt Ihnen, — daß 
Ihr ehrliches Gesicht, das nicht zu 
leugnen vermag.“ —— 
Nun, wenn Sie ein so kluger Men⸗ 
schenkenner sind, dann darf ich ucht 
gen, mich zu verstellen. — Ich würde mich 
glüclich schätzen, gerade dann sisvegach 
und ihrem Vater zu beweisen, daß ich es 
redlich meine — RNer — SHilde liebt — 
doch den Oberleutnant, und bald wird die 
Verlobung ja wohl stattfinden.“ — 
3Schon gut, Reffe Balduin!“ Damit 
schloß Onkel Tobias den neuesten Ver— 
wandten in seine langen Arme und schenkte 
hm einen herzhaften Kuß — — 
Zehn Wochen hatte Papa Herfurt nun 
schon aus Furcht um fein teures Leben 
in Karlsbad Bergspitzen erklo mmen und 
Brunnen getrunken· — Heute kehrte er 
endlich in die Heimat zuruch Die Briefe, 
die er inzwischen erhalten, waren, da ihm 
ja jegliche Aufregung erspart bleiben sofl 
te, sehr kurz gewesen und hatten eigentlich 
nur vom Wetter und dem glücklichen Ge— 
deihen des Lautenbrücher Viehstand es ge⸗ 
handelt. — Einigermaßen neugierig, traf 
der gute Papa Herfurt denn heute puntt 
lich mit dem Abendzuge auf Haltestelle 
N. ein. Onkel Tobias allein — nicht, wie 
er es sich geträumt, der Herr Oberleutnant 
und Hilde — empfing hn. —Na, die 
Verlobung ?“ war seine erste Frage. 
Sonntag!“ antwortele Tobias mit 
lakonischer Küͤrze. „Das freui mich aber 
un erzähle.“ J 
Ja, was ist da weiter zu erzählen? 
Höchstens, daß dein Schwiegersohn nicht 
der Windbeutel von watliertem Edelmann 
t — der wurde inzwischen zum Rismnef 
ster a. D. befördert und wird sich mit der 
alten Frau von Aehrenfeld verloben, du 
veißt, die mit den zwei Millionen und 
der langen Nase. — Zu darfft einen Wür⸗ 
digeren als deines einzigen Kindes Bräu⸗ 
en begrüßen, Baldiun Franke näan— 
ich.“ 
.And da kommt das glückliche Paar 
hinter den Buchen zum Vorschein; Hand 
n Hand eilen sie dem Papa entgegen, 
ihn um seinen Segen zu bitten. 
.Was soll Papa Herfurt sagen 72 — 
Mit Tränen in den Augen ruft er nur 
us: Das war ja schon seit Jahr unß 
Tag mein Wunsch! — Dntel Tobiag ate, 
treue Seelel 
NRedeblüten . 
erẽ ade, dah ich nicht zu Goethes Zeit 
gelebt habe. Ich hätteihn uver feine 
wahre Bedeutung aufklären können. 
Kindermund. Onkel August ist 
zum Mittagessen geladen. Die Mama bie⸗ 
det ihm lieb enswürdig nochmals die Schüs⸗ 
lel mit Gänsebraten an, Ich habe zwar 
chon zwei Stück genommen, sagt Onkel 
e Wnunzeins— aber da es so vor— 
üglich schmeckt, nehm' ich mir do cheine 
Portion!“ HSurxa, Onkel,“ jubelt Frit— 
hen los, nun hat die Masmna gewonnen, 
ie hat mit Papa gewettel, du würdesit 
uns wieder alles wegfresfen!“ —— 
Schwere Arbeit. Werden Sie 
stundenweise bezahit, Herr Tanzmeister ? 
Ja, gnädige Frau, ich moͤchte aber 
lieber nach Gewicht bezahlt nehmen!“ 
.Mißtrauis ch. Herr (zum Geflügel⸗ 
eine recht fette Gans!“ — Händler; „Ei⸗ 
nen Augenblick — meine Fraͤu wirdgleich 
ommen— 
5 
„Sie sehen meine Herren, wie sehr un⸗ 
serer Zeit ein neuer Lessing not täte. Lei— 
der habe ich keine Zeilt dazu. e e 
*7 
Der Dichter der „Leonore“ war drei⸗ 
mal verheiratet; zuersmit seiner Frau, 
dann mit seiner Schwägerin und zuleßzt 
mit einer Schwäbin. —— 
Von, der außerordentlichen Begabung 
des griechischen Volkes zeugt befonders der 
Amsand, dah in ene shee 
ten Kinder griechisch verstanden und grie— 
chisch sprachen 
e. 
uu 
Mo
	        
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