fett werden müssen, denn man hat ihm in der Behauptung nicht bei treten
können, daß bei Anwendung des Gesetzes ein R e ch t s i r r t u in von Seiten
der B e r u f u n g s i n st a n z vorgefallen sei.
Scnatspräsident Dr. Otto, Obcrappellationsrat Lamm, |
Oberappellationsrat Groß, Oberlandcsgcrichtsrat Hubt er, > als Richter,
Oberlandesgcrichtsrnt Meiste J
Referendar Dr. Becker als Gerichtsschreiber.
Damit hat nun diese Klaqcqcschichte nach fast 1 1 L jähriger Dauer ihr für
mich g ü n st i g e s' Ende erreicht.
Ein Impfgegner wider Willen,
oder:
Quos Deus perdere vult, prius dementat
(Wen Gott verderben will, den verblendet er vorher),
von vr. Mr. C'jchborn in Breslau.
Auch einer derjenigen Mediziner, welche, dem Zeitgeiste nachgebend, „in
Hygiene machen", ist der Dr. Wx. in Breslau. Die viele Muse, welche
ihm seine wenig ergiebige Praxis übrig läßt, nützt er redlich aus, um einige
Hauptorgane der Tagespresse mit seiner medizinischen Weisheit und mancherlei
Abfällen der Wissenschaft in Form von Gesundheitsbcrichten, Buch-Rezensionen
und allgemeinen Lehren und Anweisungen zu beraten und bereichern. Darin
wird dem Publikum fleißig eingeschärft, sich vor Erkältungen sorgsam zu hüten,
die Kleidung nicht ohne genaues Studium von Barometer, Thermometer und
meteorologischen Berichten zusammenzustellen und jederzeit pro casu zu wählen,
auch bei den geringsten Anzeichen von Unwohlsein alsbald den ärztlichen Be
rater holen zu lassen; gegen die „Unsitte" des Schlafens bei offenen
Fenstern wird in Anbetracht der bösen Nachtluft kräftig zu Felde gezogen,
auch mitunter dem Fleische und seiner Nährkraft ein Loblied gesungen, mit
einigen Seitenhieben auf den argen Feind Vegetarismus und seine natur
widrigen Lehren, von denen dem Publikum freilich nichts verraten wird. Wie
könnte es fehlen, daß bei solcher Thätigkeit im Dienste der Aufklärung der
Menschheit in leiblichen Dingen nicht auch der Impfschutz mit seinem Segen
in den Bereich der Erörterung gezogen würde! Wer nun aber glaubte,
Dr. Wx. gehöre zu deu enragirten Jmpffreuuden aus den gewöhnlichen land
läufigen Gründen, der würde weit ab vom Ziele treffen. Dr. Wx. hat über
die Impfung ganz eigenartige und wahrscheinlich einzig in ihrer Art dastehende
Anschauungen, zu interessant, um dem Leserkreise des „N.-A." vorenthalten zu
werden. Mögen sie von ihm selbst mit eigenen Worten vorgetragen werden.
Es handelt sich um die Besprechung des neu erschienenen Werkes „That
sachen zur Pocken - und Jmpffrage. Eine statistisch-ätiologisch-kritische
Studie von Dr. rascl. H. Böing, prakt. Arzt und Jmpfarzt zu Uerdingen
a. Rh. Leipzig, Breitkopf & Härtel" in der „Schics. Zeitung" vom 7. März o.
Da heißt es verbotenus: „Referent hat seit Erlaß des Gesetzes vom 8. April
1874 überhaupt stets, wo die Gelegenheit dazu aufforderte, das Gesetz ver
theidigt , aber nur aus folgenden Gründen: 1. weil cs nur ein Zwongs-
Jmpfungsgesetz möglich macht, zu einer cauludenten und glaubwürdigen Statistik
zu gelangen, vermöge der staatlichen, neugeschaffenen kontrolirten Organisation
des gesamten Impfwesens, wie auch der Abgeordnete Dr. Thilenius als