Volltext: Der Naturarzt 1880 (1880)

Einrichtungen größere Ausainrnlungen vermieden un-b durch die künstliche Ventilation forr- 
rvahrcnd frische Luftströme zugeleitet würden. Wie aber schon bemerkt, erwies sich die 
fortwährende Luftzufuhr überhaupt als unthunlim uitd dann zeigte sich die Nachbar 
schaft der BeutiMtivuSkanäle einerseits, der Abtrittschlältche und Tröge andererseits als für 
geschosses in einer Heizkammer gelegenen großen Ofen (wohl voit Eisen?) aus 
werden die mit jener zusammenhängenden Heiz u n gskanäle und durch diese die 
Wände der verschiederreu Gelasse des Hauses erwärmt; in der Nähe der Kammern befindet: 
sich K l a p p e n Vorrichtungen, wodurch das Zuströmen der erhitzten Luft in die Heizwände 
der einzelnen Zimmer r e g it i t r t, bezw. n it t c r b r o ch e it werden sann. Ein etwa sechs 
stündiges Feuern der drei Oefeu (Mittelbau und die beiden Flügel haben je einen beson 
deren) vom frühen Morgen an genügt, um die Temperatur bis zum andern Tage auf der 
gelvültschten Höhe zu erhalten. Eine vollkommene gleichmäßige Bertheilung derselben 
in den einzelnen Zimmern ist jedoch schwierig; es giebt Zimmer, die konstant eine etwas 
höhere Temperatur als andere haben, und dann sind wieder einige derselben, insbesondere dieEck- 
z i m mer , s ch w e r zu erwärmen. Für die besonders warmen Zimmer (Temperatur nicht ange 
geben) finden sich stets Kranke, die das lieben, durch regelmäßiges Fensteröffnen ist über- 
dem der Mitzstand leicht zum Bottheil der Bewohner zu beseitign. In dem Eckzimmer 
wird dadurch nachgeholfen, daß ffeine, int Zimmer heizbare Oefeu (eiserne?) angebracht 
sind; für gewöhnliche Verhältnisse, zumal wenn der Kranke im Bette liegt, genügt die von 
der Centralheizuug gespendete Wärme, für besondere Fälle wird das Zimmer durch düs Ofenfeuer 
aus die gewünschte Temperatur gebracht. — Ein g r o ß er Vorzug dieser Central- 
h e i z u n g bleibt die Durchwärmung sämmtlicher Räume des Hauses ohne eine Spur von 
strahlender Hitze, ohne den mit der gewöhnlichen Heizeinrichtung unzertrennbaren Rauch, 
Staub, Lärnt re. 
Die V e n 1 i l a t i o n des Hauses beruht, auf dem P u l s i o it s p st e m. Ein von der' 
Dampfmüschine getriebenes Windrad bezieht die Luft durch einen unterirdischen Kanal aus 
dem Garten und treibt dieselbe in die ziemlich ähnlich töte die Heiz räume in den Wänden 
des Hauses verlaufenden Veunlationskanäle. Vorher durbziehr die Lust jedoch die Ben- 
tilatiouskammern, in welchen mehre große mit den eigentlichen Heizungsöfeit in Verbindung 
stehende eiserne Ofen sich befinden, welche von jenen aus geheizt werden und damit 
eilte viel bessere Ausnützung des Brennmateria s ermöglichend, die in die einzelnen Zimmer 
einströmende Ventilationsluft erwärmen. Der Luftwechsel ist auf diese Weise in den Zim 
mern. welche ihrerseits Winter s n n t e n am Boden, S o m nt ers oben an der Decke 
sich öffnende Lnftschlüuche zum Abzug der verbrauchten Lnft besitzen, sehr gut zu Staude 
zu bringen,■: mir besteht d t e Schwierigkest, daß eiuestheils die Leistung der Dampfmaschine 
für diesen Zweck, anderntheils lWinterd) der Wärmeverlnst durch die stets neu zuströmende 
kalte reine Lust beträchtliche Geldopfer mit sich bringen, so daß diese Art der Ventilation 
meistens nur einige Stunden Vormittags bei größter Erwärmung der Oefeu und reichlichem 
Dampsvorrath geübt wird, während man sich in der übrigen Zeit eben auf die natürliche 
Lufterncneruug durch Oeffnen der Fenster, insbesondere Herab klappen der oberen Abthei 
lungen derselben besä)tankt. 
Dieser c e n t r a l i s i r t e n Einrichtung gegenüber war ursprünglich im Hause bezüg 
lich der mit Wasjerbespülung versehenen Abtritte der entschiedenste P a r t i k u l a r i s m u s 
durchgeführt, jedes Krankenzimmer hatte feinen b esvndere n. Abgesehen von der hierin 
liegenden Bequemlichkeit für die Kranken, glaubte man den ü b e l n Ä u s d ü u st u u g e it 
gerade dadurch aut besten Herr werden zu können, daß durch Vervielfältigung jener 
erstere v e r h ä n g n i ß v o l l, indem Abtrittsgase i it dieselben und d u r ch s i e in 
ut a u ch e Z i nt m e r ihren Weg fanden ! Dies war selbstverständlich u i ch t zu d u l d e n 
und so kam es, daß nach. einigen Versuchen, auf anderem Wege dem Mißstnude abzuhelfen, 
schließlich sämmtliche Z i nt tu e r - Ä b t r t t t e im ganz- it Hanfe entfernt, die Schlatt che 
hernnsger'ssen und die Gruben zu ge füllt wurden. Die -Abtrittsräume selbst wurden in 
einigen größeren Krankenzinnnern zür Aufstellung einfacher Nacbtstühle, weitaus die größere 
M> hrzahl aber als Wandschränke benützt, dieselben sind sämmtlich mit kleinen Fenstern ins 
Freie versehen. Zum allgemeinen Gebrauche dienen jetzt auf jedem Stockwerke nur zwei, 
an der Hinteren Seite der Seitenflugl in den Treppenhäusern befindliche größere Locali« 
täten, welche in keinerlei Beziehung zu den Luftkanälen im Hause stehen und darum noch 
nie Anlaß zu irgend welcher Klage gegebenchabeu. In aitsgezeictzueter Weife werden die- 
Jclb.cn dadurch ventilirt, daß v o u den G r u b e it a u s , je e i n Luftkanal zum 
Dampfkamine erführt ist, wodurch die sich eutwickeludeu Gase vollständig aspirirt und hoch 
über das Haus hinaus in die Luft geleitet werden. 
Kam man in den eben besprochenen Eiurichtuugen durch die Erfahrung zur Centra 
lisation, so erwies sich bei einer andern im Laufe der Zeit die Dezentralisation 
nothwendig, nämlich bet der Wasserversorgung. Ursprünglich wurde dem Wasser-
	        
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