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Menschheit wie Schuppen von den Augen*); man begriff allmälig,
daß das bisherige System der Krankenbehandlung in den geschlossenen
Krankensälen stehender Lazarethe ein Luftmiasma ausgeathmeter Lun⸗
gengase und abgedunsteter Hautausscheidungen, berüchtigt als Ursache
der Spital- und Kasernenpest (Lazarethfieber, Spitalbrand) gehegt
und dadurch unbewußt Massensiechthum und Sterblichkeit gefördert
hatte. Der überraschend günstige Gesundheitszustand unserer jetzigen
regelmäßig gelüfteten Gebärhäuser, Kranken- und Gefangenanstalten
und Schulen (2) im Vergleich mit den Tabellenangaben früherer
Jahrzehende enthüllt uns die heilenden Wunderwirkungen der reinen
Athmungsluft im Gegensatz zu den blutverderbenden Erfolgen des
alten Regimes der Luftscheu. Lange genug hatte es freilich gedauert,
bis die geregelte Lüftung geschlossener Räume aufgestellt wurde als
die Grundlage jeder ärztlichen wie diätetischen Krankenpflege. Nach
Erkenntniß dieser ebenso einfachen wie großen Wahrheit sind denn
auch in allen Ländern Europa's (7) die großen Kranken- und Gebär—
anstalten vorgegangen mit der höchstmöglichen Ausbildung eines stetigen
Luftwechsels. (Dr. — n in seinem Schriftchen: „Gesundheitspflege
in Schule, Wohnung und Stall“. Abdruck aus der „Kölnischen
Zeitung“.)
Kranke:
Heilsame Arzneiwirkung.
Mein lieber Doktor, wie machen Sie's doch,
Daß Sie in hohem Alter noch
—AVV
Das ist ganz leicht, mein liebes Kind,
Ich geb' nur Anderen Arzenei'n,
Nehm' aber selber niemals ein.
Doktor:
5) Schon vier Jahre vorher indeß hatte auch das „Sündenregister
der Medizinheilkunde“ an der Hand gewichtiger Autoritäten als erstes
Erforderniß aller Krankenbehandlung frische Luft und frisches Wasser auf—
gestellt. Und doch sind heute sicher noch Millionen Krankenstuben, in denen
weder die Eine noch das Andere geboten wird! Th. H.
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