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Mirxturen u. dgl., die vielleicht einem Andern an einem andern Orte
gut bekommen haben, auch vermeide man es, von Wunderdoktoren
u. s. w. zu sprechen. Das Krankenzimmer soll keine Stätte des
Jammers sein. Daher entziehe man ihm das rosige Licht nicht, in dem
alle Kreauturen athmen, und schmücke es mäßig aus, z. B. mit Blumen,
die ja immer wieder erneuert werden können, und mit einfachen Bildern.
Auf die Krankenpflege im Kriege übergehend, weist der Redner nach,
daß die amtliche, staatliche Hülfe bis 1866 in keinem Kriege im Stande ge⸗
wesen sei, für ausreichende Krankenpflege zu sorgen. Er erinnert u. A. da—
ran, daß der Anstoß zu einer regelmäßigen Krankenpflege im Kriege von
Zürich ausgegangen sei. Im Jahre 1847, bei Beginn des Sonderbunds—
krieges, trat in Zürich ein Verein von Männern zusammen, der für den
Transport der Verwundeten nach Zürich 18 Wagen ausrüstete. In
der Krim und in Italien hatten die Privat-Hülfeleistungen mehr einen
zufälligen Charakter. Was Miß Nightingale für die englischen Ver—
wundeten, die im Hospital von Seutari lagen, gethan hat, ist welt—
bekannt. Das Verdienst, das Nachhaltigste zur Verbesserung des
Looses der verwundeten Krieger gethan zu haben, gebührt der Republik,
und zwar für das Zustandebringen der Genfer Konvention, und den
Vereinigten Staaten für die großartigen praktischen Leistungen auf dem
Gebiete der Krankenpflege im Kriege. Als im Jahre 1861 der episoden⸗
reiche Sezessionskrieg ausbrach, traten hundert Frauen in New-York
zusammen, um für die im Felde stehenden Soldaten zu sorgen. Diese
Vereinigung gab den Anstoß zu der großartigen Organisation der Hülfs⸗
vereine, die, 32,000 an der Zahl, unter einem Zentralkomite von
Mitgliedern für die bündischen Truppen in einem bis jetzt unerreich—
baren Maßstabe sorgten. An alle Armeen wurden Inspektoren abge—
ordnet, die über das Befinden der Truppen regelmäßig berichten mußten.
Die Zentralkommission war daher oft besser unterrichtet als die Regie—
rung. Man sorgte nicht nur für Lebensmittel, sondern richtete auch eine
Art fliegender Küchen ein, die den Truppen überallhin folgten. Eine
andere Abtheilung der Hülfsvereine sorgte für das Spitalwesen. Nach
gleichem Muster wurden 240 Spitäler mit Hunderttausenden von
Betten errichtet, von welch' letztern einst über 97,000 besetzt waren.
Zum Krankentransport kaufte man Dampfboote, Spitalschiffe und
richtete Eisenbahn-⸗Spitäler mit in Kaoutschouk-Riemen hängenden
Betten ein. Den Invaliden gab man Mittel zur Heimreise, die
Genesenen hingegen schickte man zur Armee zurück. Ueberdies wurden
17 Karavansereien, Rasthäuser geheißen, eingerichtet. Die Leistungen
dieser Hülfsvereine belaufen sich auf Fr.68,700,000. Man hielt oft