Volltext: Der praktische Baubeamte. Dritter Theil. (3. / [1801])

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Von dem Mühlenbaue. 
Mühlen sind solche Maschinen, worinn durch angebrachte Räder und Getrie¬ 
be , eine umdrehende Bewegung erhalten wird , wodurch verschiedene Materien 
entweder zermahlen, zerftossen, zerschnitten, oder glatt gemacht werden; dadurch 
wird eine Mühle von einer andern auch aus Rädern zusammgesezten Maschine un¬ 
terschieden. Um diese in Bewegung zu setzen wird sich hauptsächlich dreyer Kräfte 
bedient, nämlich des Wassers, der Luft, der Thiere, oder der Menschen. Ob- 
wohlen auch das Feuer, etwas in Bewegung zu setzen gebraucht werden kann, und 
auch wirklich gebraucht wird, so geschieht dieses doch mehr bey andern Maschinen, 
als bey Mühlen. Daher können alle Mühlen irr Wassermühlen, Windmühlen und 
Thiermühlen eingetheilt werden. Der Absicht nach aber können die Mühlen in so 
diele Klassen eingetheilt werden, als Arten derselben gebräuchlich sind. Die erste 
Masse der Mühlen ist, worinn etwas zerrieben wird, dazu gehören die Mehlmüh¬ 
len, Graupenmühlen, Gewürz - und Koffemühlen. In der zweiten Rlasse wird 
etwas zerftossen, und zwar a durch Stampfen , dazu gehören die Oehl- Pulver - 
und Lohmühlen, b Durch den Hammer, dieß sind Walk - und Papiermühlen. In 
der dritten Rlasse wird etwas zerschnitten, welche Schneide - oder Sägemühlen 
genennt werden. In der vierten Rlasse wird etwas gebohrt, welche Bohrmüh¬ 
len genennt werden, und in der fünften Rlasse wird etwas geschliffen,, welche 
Schleif - oder Pottiermühlen genennt werden. Alle diese fünf Klassen bonMühlen 
erfordern eine von denen oben angeführten dreyen Kräften, und sind wieder den 
Trieb, und dieser Kraft nach folgendermaßen einzutheilen, und zwar: Erstens, 
Die Wassermühlen, welche perpendikulär sind, a Oberschlächtige, b Unterschläch- 
tige Pfahlmühlen, a Stabermühlen , b Straubermühlen und c Panftermühlen, 
Schiffmühlen verbleiben immer horizontale Mühlen. Zweyten« Die Windmühlen 
a in Hölzerne, welche ganz beweglich, und b welche nur im Dache beweglich sind; 
dann c in steinerne. Drittens Die Thiermühlen a in Standhafte mit dem vecre, 
b mil dem Trettrade, welches wieder c sowohl schief - als ä perpendikulär gestellt 
werden kann. Dann e in Bewegliche mit einem vecte, die auf den Wagen ste¬ 
hen, und f mit einer Kurbel, welche Handmühlen sind, und wieder in grosse und 
klei-
	        
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