398
Die Doppelschlacht an der Aisne und in der Champagne.
März. 21.Januar') die Verteidigung, wo sie östlich der Maas im Gelände be-
sonders ungünstig lag2), zurückgenommen. So wurde die Hauptkampf-
stellung vom Pfefferrücken in die Samogneux-Stellung zurückverlegt. Der
Talou-Rücken und das Gelände südlich des Granaten-Tales blieben nur
durch vorgeschobene Sicherungen besetzt. Die neue Hauptkampfstellung be°
deutete für die Infanterie-Verteidigung eine entschiedene Verbesserung, die
wertvolle Artilleriebeobachtung vom Talou-Rücken war aber aufgegeben.
Auch konnten die Stellungen des Westufers künftig durch Flankenfeuer vom
Südhang des Talou-Rückens her besonders in ihren rückwärtigen, durch das
Tal des Forges-Vaches führenden Verbindungen schwer bedroht werden.
In der Woövre-Ebene wurde die Hauptkampfstellung aus der bisher dicht
östlich der Cötes in versumpfter Niederung verlaufenden Linie in die
ausgebaute frühere III. Stellung östlich der Straße Azannes—Fresnes
en Woevre zurückgenommen. Vortruppen blieben auch hier in der bis-
herigen Linie.
Inzwischen waren feit Ende Dezember im ganzen sieben Angriffs-
Unternehmungen vorzüglich gelungen. Sie hatten wertvolle Stellungs-
Verbesserungen besonders auf dem Westufer bei Höhe 3043) und östlich der
Maas am Vaux-Kreuz ergeben und bei geringen eigenen Verlusten mehr
als 2000 Gefangene und gegen 60 Maschinengewehre als Beute eingebracht.
Die feindliche Gegenwirkung war stets gering gewesen. Am 18. und
19. März'') gelangen auf dem Westufer bei der 28. Reserve- und der 13. In-
fanterie-Divifion wiederum gut vorbereitete Teilangriffe, die besonders am
Toten Mann und bei der Höhe 304 die deutschen Stellungen verbesserten und
abermals 550 Mann und zehn Maschinengewehre als Beute einbrachten.
In den nächsten Tagen einsetzende feindliche Gegenangriffe waren erfolglos,
doch blieb das Artilleriefeuer bis zum Monatsende lebhaft.
April. Am 6. April machte der Feind gegen die von der 2. Landwehr-Division
verteidigte Südostecke des Waldes von Malaneourt drei vergebliche Vor-
stöße. Diese Unternehmung und die auch sonst erhöhte Tätigkeit des Gegners
schienen mit der bevorstehenden großen französischen Offensive zusammen-
zuhängen. Zu ihrer Abwehr mußte die 5. Armee zwei weitere Divisionen,
viel Artillerie, Flieger und sonstige Formationen abgeben. Verdun wurde
jetzt tatsächlich zur Nebenfront, und doch blieb die Möglichkeit eines Über-
rafchungsangriffs angesichts der vorhandenen Großkampfvorbereitungen des
Gegners unverändert bestehen.
1) Bd. XI, S. 182.
2) Skizze 13 in Bd. XI.
3) Skizze 17 in Bd. X.
4) Gliederung zu dieser Zeit Beil. 27.