Volltext: Die Operationen des Jahres 1916 : bis zum Wechsel in der Obersten Heeresleitung (10. 1936)

Die Abwehrschlacht beim Oberbefehlshaber Ost. 
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fanterie-Division am Dryswjaty-See. Erfolg hatten sie nirgends. Vor 
der Front der 8. Armee schien der Gegner im Räume von Iakobstadt 
starke Kräfte, insgesamt zehn Divisionen, zusammenzuziehen und zeigte hier 
am 21. März rege Tätigkeit, so daß General Otto von Velow mit bevor- 
stehendem Angriff rechnete. Ein Unternehmen, das sich an demselben Tage 
südöstlich von Riga gegen die 6. Reserve-Division richtete, sollte vielleicht 
nur ablenken. 
Am 21. März erstattete der Oberbefehlshaber Ost der 
Obersten Heeresleitung auf deren Anfrage über den Stand der Schlacht eine 
Meldung, in der er den starken Kräfteeinsatz der Russen gegen die 10. Armee 
betonte. Da der Gegner zum ersten Male in großem Maßstabe Trommel- 
feuer angewendet habe, seien die Kämpfe schwer, doch erwarte er bestimmt, 
daß die 10. Armee ihre Stellungen halten werde. Die Bedeutung der an der 
Düna-Front entbrannten Kämpfe sei noch nicht klar. Daß unter Einsatz 
der russischen Garden oder sonstiger an der österreichisch-ungarischen Front 
zurückgezogener Truppen noch weitere Angriffe, vielleicht an anderen Stellen 
der Front, folgen würden, sei möglich, denn es handele sich anscheinend nicht 
nur um Unternehmungen zur Entlastung der Franzosen, sondern um die 
große russische Frühjahrsoffensive. 
Am 22. März machte der Gegner bei der 10. Armee nur noch einen 22.und 
vergeblichen Angriffsversuch gegen Landwehr, die am äußersten rechten 23,2ÄiUä* 
Flügel der Gruppe Hutier den Abschnitt der 9. Kavallerie-Diviston hielt. 
Den am schärfsten umkämpften, unmittelbar an den Raroez-See anstoßenden 
Teil der Gruppenfront übernahm die 80. Reserve-Division. Auch Truppen 
der 86. Infanterie-Division waren hier bereits eingeschoben. Dahinter 
wurde als neue Reserve, von der Heeresgruppe Prinz Leopold kommend, 
die 119. Infanterie-Division erwartet. Angesichts dieser Anhäufung von 
Truppen ordnete Generaloberst von Eichhorn am 23. März den übertritt 
des ganzen Abschnitts südlich vom Rarocz-See zur Gruppe des Generals 
von Earlowitz (Generalkommando des III. Reservekorps) an, der bis dahin 
nur zwei Divisionen einer schmalen und ruhigen Front unter sich ge- 
habt hatte. 
Bei der Armee-Gruppe Scholtz hatten die Russen ihre Angriffe 
in der Rächt zum 22. März wiederholt und nach Norden auch auf die 
Gruppe des Generalleutnants von Lauenstein (Generalkommando des 
XXXIX. Reservekorps) ausgedehnt. Bei der 8. Armee hatte der bei 
Iakobstadt erwartete Angriff die Stellungen der 109. und 41. Infanterie- 
Division getroffen, ein schwächerer Stoß bei Friedrichstadt die 36. Reserve- 
Division. Erfolg hatte der Gegner nirgends, wohl aber teilweise sehr schwere 
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