Volltext: Die Operationen des Jahres 1916 : bis zum Wechsel in der Obersten Heeresleitung (10. 1936)

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Die Westfront im Juli und August. 
— Verdun. 
führte, daß der Feind nicht einmal mehr am völlig offenen Verkehr gehindert 
werden konnte. Bei Höhe 304, so meldete die Angriffsgruppe West am 
27.August, gehe er zur Zeit, Hände in den Hosentaschen, außerhalb seiner 
Gräben spazieren. 
General von Lochow stand vor der Frage, ob er angesichts solch 
drückender Munitionsknappheit nicht überhaupt auf jede Angriffstätigkeit 
verzichten sollte, um nicht bei feindlichen Gegenangriffen in ernste Schwierig- 
keit zu geraten. Die dringende Notwendigkeit einer Stellungsverbesierung 
bei Fleury, das wohl auch künftig das Hauptziel französischer Vorstöße 
bilden würde, gab indessen den Ausschlag, die Wiedereroberung der Dorf- 
trümmer anzuordnen. Ob daneben auch noch der Souville-Sack, wie längst 
beabsichtigt, genommen werden konnte, ließ sich vorerst noch nicht übersehen. 
24. bis Am 24.August morgens sollte die 33. Infanterie-Division Fleury 
28. August, ^ weit wiedernehmen, daß Einsicht in die Mulden südwestlich 
und südöstlich des Dorfes gewährleistet war. Die Wegnahme glückte indessen 
nicht. Von sechs zum Angriff bestimmten Kompagnien erhielten nur vier 
rechtzeitig den Befehl. Am 6'° morgens stürmend, drangen sie wohl in die 
vorderste feindliche Stellung im Dorfe ein, wurden dann aber, von beiden 
Seiten umfaßt, unter schweren Verlusten an den Bahndamm zurückgeworfen. 
Dort wehrten sie abends vorstoßenden Gegner ab. Zwei Tage darauf, am 
Spätnachmittage des 26. August, folgten neue französische Angriffe, diesmal 
gegen die ganze Front der 34. Infanterie-Division, die tags zuvor den Ab- 
schnitt der 14. übernommen hatte, und gegen die 21. Reserve-Division. Sie 
hatten ebensowenig Erfolg wie die am Abend des 28. August gegen die Linie 
Thiaumont—Fleury sowie gegen die Naht der 21. Reserve- und 50. In- 
fanterie-Division gerichteten heftigen feindlichen Vorstöße. Am folgenden 
Nachmittag konnte der Gegner zwischen Fleury und dem Chapitre-Walde 
stellenweise in die vordersten deutschen Gräben eindringen, sich jedoch nicht 
behaupten. Andererseits war aber auch ein am 26. August unternommener 
Versuch der im Chapitre-Wald neu eingesetzten 14. bayerischen Infanterie- 
Division, die am 8. August auf dem rechten Abschnittsflügel entstandene Ein- 
beulung zu beseitigen, ergebnislos verlaufen. And der rechte Flügel der 
50. Infanterie-Division hatte in diesen Tagen trotz sechsmaligen Versuches 
das am 18. August verlorene Gelände auch nur teilweise wiederzugewinnen 
vermocht. Ende August trat an der Kampffront der Angriffsgruppe Ost für 
einige Tage Ruhe ein. 
J»l«/A«gust. Seit die Oberste Heeresleitung am 11. Juli für die Verdun-Front 
„strikte Defensive" besohlen hatte, war die Initiative in zunehmendem Maße 
an den Feind übergegangen, der auf dem Ostufer unter Einsatz starker Kräfte
	        
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