Volltext: Die Operationen des Jahres 1915 ; [1]. Die Ereignisse im Winter und Frühjahr (7. 1931)

50 
Der Feldzug im Westen bis Mitte April 1915. 
da die Feinde stets neue Kräfte zum Angriff einsehen. Ein freiwilliges Zu¬ 
rückgehen und Aufgeben der deutschen Stellung kommt nicht in Frage. Da¬ 
durch würde die Zuversicht des Gegners sehr gehoben, die Moral unserer 
Truppen herabgedrückt. Wir müsten also ausharren, wobei es sich nicht ver¬ 
meiden läßt, daß der Franzose hier und da Vorteile erringt. Ein Angriff 
unsererseits ist mit den zur Verfügung stehenden Kräften nicht denkbar. Cr 
ist aber möglich, wenn stärkere Kräfte zugeführt werden, und es uns ge¬ 
lingt, der feindlichen Artillerie Herr zu werden." 
Auf französischer Seite scheinen nach dem Mißlingen aller bisherigen 
Angriffe Zweifel über die Art der Weiterführung der Offensive entstanden 
zu sein. General de Langte de Cary schlug einen überraschenden Vorstoß 
des XVI. Korps nördlich St. Hilaire le Grand vor. General Ioffre aber 
entschied für eine Fortsetzung des Angriffes bei Le Mesnil mit frischen 
Kräften. Cr ordnete an, daß die Leitung dem General Grossetti zu über¬ 
tragen sei, dem hierfür außer dem XVI. Korps (31., 32. und 48. Infanterie- 
Division) Teile des I. und II. Korps und die gesamte im Abschnitt ein¬ 
gesetzte Artillerie unterstellt wurden. Der Angriff sollte spätestens am 
12. März beginnen. 
Gegen Mitte März setzten die französischen Großangriffe 
von neuem ein. 
Trotz der gespannten Lage beschloß Generalleutnant Fleck, der 
Kommandierende General des VIII. Reservekorps, nach Einsah von vier 
frischen Regimentern am 12. März, sich nicht mehr auf reine Abwehrtätig¬ 
keit zu beschränken. Cr forderte vielmehr eine Störung der feindlichen An¬ 
griffstätigkeit und planmäßige Säuberung aller noch vorhandenen Fran¬ 
zosennester. 
Am 13. März trieb der Gegner zahlreiche und ausgedehnte Angriffe 
gegen die seit dem 10. März in drei Divisions-Abschnitte (15. Infanterie-^ 
19. Reserve- und die inzwischen eingesetzte 2. Garde-Reserve-Division) ein¬ 
geteilte Front des VIII. Armeekorps und den rechten Flügel des VIII. Re¬ 
servekorps vor, die abgewiesen werden konnten. Das deutsche Armee- 
Oberkommando rechnete im Angriffsabschnitt mit 5% feindlichen Armee¬ 
korps^). Der Hauptdruck richtete sich weiterhin gegen das Höhengelände 
nördlich Le Mesnil. Vor und in den zerschossenen deutschen Stellungen 
häuften sich die Leichen Gefallener. Sie konnten größtenteils nicht ge¬ 
borgen und beerdigt werden. 
J) Tatsächlich befanden sich dort die französische 60. Infanterie-Division, das 
XVII. Korps (vier Divisionen) und das XVI. Korps (vier Divisionen).
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.