Französische Vorstöße auf der Front Souain—Beausejour Fe.
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licher Arbeit „Sehnen-", „Riegel-", „Flankierungs-" und durchlaufende
„Aufnahme"-Gräben mit schußsicheren Unterständen. Cs war oft nicht zu
umgehen, daß bei der Dringlichkeit dieser Arbeiten auch eben erst abgelöste,
stark erschöpfte Truppen wieder herangezogen werden mußten. Die kärglich
vorhandenen, armseligen Ortschaften im Hintergründe lagen fast täglich
unter weitreichendem feindlichem Feuer. Sie mußten, um unnötige Verluste
unter der französischen Bevölkerung zu vermeiden, von den sich dort zäh
festklammernden Einwohnern geräumt werden.
Am 3. März gegen Abend traf der Chef des Generalstabes des Feld¬
heeres nach seiner Rückkehr vom östlichen Kriegsschauplätze zu einer Aus¬
sprache im Armee-Hauptquartier Vouziers ein. Cr betonte, daß es von
größter Wichtigkeit sei, daß die 3. Armee auch nicht den kleinsten Teil ihrer
Stellung ausgäbe. Cr befand sich dabei in voller Übereinstimmung mit
Generaloberst v. Einem.
Seit Anfang März schienen auch wieder in Gegend Souain An-7.btsii.MHrz.
griffsvorbereitungen im Gange zu sein, die auf eine demnächstige Verbreite¬
rung der bisherigen Angriffsbasis gegen Westen schließen ließen. Vor¬
getriebene Sappen und verstärktes Feuer zielten in erster Linie gegen
„die Balkon-Stellung", die Windmühlen-Höhe westlich Souain und den
„Vayernzipfel" östlich davon.
Tatsächlich bestand auf französischer Seite die Absicht, die Offensive
unter erhöhtem Nachdruck und unter Ausdehnung auf den Abschnitt
Perthes—Souain weiterzuführen. Mit der Leitung wurde westlich
Perthes General Grosfetti betraut, der am 27. Februar die Führung einer
neugebildeten GruppeH übernommen hatte. Die Angriffe bei Souain sehten
am 7. März ein, konnten aber nach vorübergehenden Einbrüchen dank der
Tapferkeit der Truppe abgewiesen werden.
Am 8. März wandte sich Generaloberst v. Einem an das Armee-Ober¬
kommando 5 mit dem Ersuchen um Mitwirkung bei einem beabsichtigten
Cntlastungsvorstoß auf dem linken Flügel des VIII. Reservekorps.
Die erbetene Unterstützung wurde zugesagt. Auch sonst herrschte der
Wunsch, dem niederdrückenden Ausharren gegenüber den weit über-
legenen feindlichen Materialmassen durch einen Stoß nach vorwärts ein
Ende zu bereiten. Generalmajor v. Altrock, der Kommandeur der hart
ringenden 16. Reserve-Division, äußerte gegenüber einem aus dem Großen
Hauptquartier in seinen Abschnitt entsandten Generalstabsosfizier etwa
folgendes: „Der Franzose ist zermürbt. Das kommt aber nicht zur Geltung,
4 Französisches XII., XVI. Korps und 60. Infanterie-Division. Mit dem
19. Februar wurde im französischen Heere die Unterscheidung zwischen Infanterie-
und Reserve-Division aufgehoben,
t We'tkrieg. VII. Band.
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