Der deutsche Vorstoß am Chemin des Dames.
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ausreichender Kräfte nicht durch einen seit Mitte Januar geplanten Vor¬
stoß bei Rouvron entlastend einwirken.
7. Armee.
Karte 4, Skizze e.
Seit Beginn der Winterschlacht in der Champagne mußte die
7. Armee (Oberbefehlshaber Generaloberst v. Heeringen, Chef des Gene¬
ralstabes Generalleutnant v. Haenisch) der hartbedrängten 3. Armee häufig
Unterstützungen aller Art gewähren. Daneben rüstete sie zu einem Cnt-
lastungsvorstoß des XII. (sächsischen) Armeekorps gegen die französischen
Stellungen auf den Höhen des Chemin des Dames im Abschnitte La Creute
Ferme—Hurtebise (westlich Craonne). Das gut vorbereitete Unternehmen
kam am Nachmittag des 25. Januar unter dem Befehle des General¬
leutnants Edler v. der Planitz, des Kommandeurs der 32. (sächsischen)
Infanterie-Division, zur Durchführung. Seine rechte Flügel-Brigade drang,
unterstützt durch ein zusammengesetztes Infanterie-Regiments, auf dem
rechten Flügel und in der Mitte in kraftvollem Sturm rasch vorwärts. Nur
bei Hurtebise brach dieser zunächst im Maschinengewehrfeuer zusammen,
erreichte aber bis zum Morgen des 26. Januar im Handgranatenkampfe
auch dort die gesteckten Ziele. Alle feindlichen Gegenstöße scheiterten.
Die französischen Stellungen nordwärts der stark angeschwollenen
Aisne forderten auch weiterhin zu deutschen Angriffen geradezu heraus.
Aber die im Februar einsetzenden Angriffsvorbereitungen des VII. Reserve¬
korps in Richtung Hochfläche von Paifiy kamen mangels genügender
Kräfte nicht mehr zur Durchführung. Mitte Februar richteten sich außer¬
dem im Zusammenhange mit den Angriffen in der Champagne erfolglose
französische Feffelungsvorstöße gegen Stellungsteile des XII. und
X. Armeekorps zwischen Berry au Bac und Loivre.
Am 25. Januar wies General v. Falkenhayn die 7. Armee an,
das X. Reservekorps, das als Reserve der Obersten Heeresleitung mit je
einer durch andere Waffengattungen verstärkten Infanterie-Brigade hinter
der 1., 7., 3. und 5. Armee bereitzustellen war, aus der Front herauszu¬
ziehen. In den ersten Februartagen sollte die Durchführung beendet sein.
Die Brigaden standen den betreffenden Armeen zur Ablösung gleichstarker
eigener Kräfte zur Verfügung. Die 1. Armee durfte die hinter ihrer Front
eintreffende verstärkte Brigade des X. Reservekorps verwenden, solange die
x) Zwei Bataillone des VII. Reservekorps und ein Bataillon der 23. (sächsischen)
Infanterie-Division.
25. und
26. Januar.